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Gesetzliche Renten-, Kranken-, Pflege- und Unfallversicherung

Die Erwerbsminderungsrenten der Gesetzlichen Rentenversicherung

Was tun, wenn man nicht mehr arbeiten kann?

Ist die Erwerbsfähigkeit infolge von Krankheit oder Behinderung so wesentlich beeinträchtigt, dass der Lebensunterhalt nicht mehr durch eine Erwerbstätigkeit finanziert werden kann, wird – je nach Minderung des Leistungsvermögens – eine Rente gewährt.

Doch die gesetzlichen Vorschriften sind in diesem Bereich sehr umfangreich. So sieht der Gesetzgeber folgende Renten vor:


Um einen Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente zu realisieren, muss eine Reihe von vorgegebenen Voraussetzungen erfüllt sein. Kompliziert wird es hier, da neben den gesetzlichen Vorschriften vieles durch die Rechtsprechung (z. B. Bundessozialgericht) geregelt wurde.

ErwerbsminderungsrentenErwerbsminderungsrenten haben Einkommensersatzfunktion

Da die Renten wegen Erwerbsminderung die finanziellen Einnahmen ersetzen, die normalerweise durch eine Erwerbstätigkeit erzielt werden, spricht man davon, dass diese Einkommensersatzfunktion haben.

Die Rentenkassen lehnen nahezu regelmäßig diese Renten ab, obwohl das noch vorhandene Leistungsvermögen einen Rentenanspruch rechtfertigen würde. So sind neben der Beurteilung, ob noch ein vollschichtiges bzw. über drei- bzw. sechsstündiges Leistungsvermögen pro Tag vorhanden ist auch eine Reihe von Rechtsprechungen zu prüfen. Als Beispiele können hier die eingeschränkte Wegefähigkeit, die Summierung ungewöhnlicher Leistungsbeschränkungen und die Berücksichtigung einer schweren spezifischen Leistungsbehinderung genannt werden.

Höhere Erwerbsminderungsrente ab Juli 2014

Zum 01.07.2014 gab es eine Reihe von Leistungsverbesserungen in der Gesetzlichen Rentenversicherung, welche der Gesetzgeber mit dem RV-Leistungsverbesserungsgesetz umgesetzt hat. Auch bei der Berechnung der Erwerbsminderungsrenten ist es zu deutlichen Verbesserungen gekommen.

Nach dem Recht bis Juni 2014 wurde bei der Berechnung von Erwerbsminderungsrenten eine Zurechnungszeit bis zum vollendeten 60. Lebensjahr berücksichtigt. Die Zurechnungszeit wird mit den bisher vom Versicherten erworbenen durchschnittlichen Entgeltpunkten bewertet. Damit wird unterstellt, als ob der Versicherte bis 60 Jahre gearbeitet und Rentenversicherungsbeiträge entrichtet hätte. Diese Zurechnungszeit wird nun bis zum vollendeten 62. Lebensjahr berücksichtigt und bewertet. Durch die verlängerte Zurechnungszeit von zwei Jahren erhalten die Erwerbsgeminderten eine (im Durchschnitt) etwa 40,00 Euro höhere Brutto-Erwerbsminderungsrente.

Eine weitere Verbesserung gibt es durch die Einführung einer „Günstigerprüfung“. Die Zurechnungszeit wird grundsätzlich mit dem bisherigen individuellen Durchschnittsverdienst des Erwerbsgeminderten bewertet. Da allerdings im Regelfall in der letzten Zeit vor Eintritt der Erwerbsminderung schon finanzielle Einbußen zu verzeichnen sind, würde sich dies ungünstig auf die Bewertung der Zurechnungszeit auswirken. Durch die Günstigerprüfung kommt es zu einer Vergleichsberechnung: Berechnung der Zurechnungszeit mit den letzten vier Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung/Berechnung der Zurechnungszeit ohne den letzten vier Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung. Der errechnete höhere Rentenbetrag ist dann für die Berechnung der Erwerbsminderungsrente maßgebend.

Hinweis

Anders als in anderen Teilbereichen des RV-Leistungsverbesserungsgesetzes werden die Verbesserungen bei der Berechnung der Erwerbsminderungsrentner nicht generell für alle Versicherte ab Juli 2014 umgesetzt. Bestandsrentner, also Rentner, die sich am 30.06.2014 bereits im Rentenbezug befinden, erhalten die Verbesserungen nicht. Dies gilt auch für alle Versicherten, deren Rente zunächst befristet bewilligt wurde und es nach dem 01.07.2014 zu einer Verlängerung/Weitergewährung kommt.

Die Verbesserungen des RV-Leistungsverbesserungsgesetzes betreffen damit alle Neurentner ab Juli 2014 bzw. werden diese bei einer Nachfolgerente berücksichtigt. Um eine Nachfolgerente handelt es sich, wenn beispielsweise eine Witwenrente (Rente wegen Todes) nach einer Rente wegen Erwerbsminderung geleistet wird.

Weitere Erhöhung ab dem Jahr 2018

Ab Januar 2018 kommt es zu einer weiteren Erhöhung der Erwerbsminderungsrenten. Die bei der Berechnung der Renten zugrunde liegende Zurechnungszeit wird schrittweise bis auf das vollendete 65. Lebensjahr ausgedehnt. Dies erfolgt, indem im Jahr 2018 die Zurechnungszeit auf 65 Jahre und drei Monate und im Jahr 2019 auf 65 Jahre und sechs Monate verlängert wird. In den Jahren 2020 bis 2024 erfolgt eine weitere Verlängerung um jeweils sechs Monate. Das hat zur Folge, dass bei Erwerbsminderungsrenten ab dem Jahr 2024 eine einheitliche Zurechnungszeit bis zum vollendeten 65. Lebensjahr gilt. Welche Zurechnungszeit jeweils berücksichtigt wird, ist vom Rentenbeginn bzw. vom Eintritt der Erwerbsminderung abhängig.

Geänderte Hinzuverdienstgrenzen ab Juli 2017

Bezieht ein Versicherter eine Rente wegen Erwerbsminderung, müssen Hinzuverdienstgrenzen beachtet werden. Die Hinzuverdienstgrenzen wurden ab Juli 2017 im Rahmen des Flexirentengesetzes vollständig neu geregelt. Wird die maßgebende Hinzuverdienstgrenze überschritten, kommt es zu einer Kürzung der Rentenzahlung (in Höhe von 40 Prozent des die Hinzuverdienstgrenze übersteigenden Betrags). Bei einem sehr hohen Überschreiten der Hinzuverdienstgrenze kann die Rentenzahlung sogar vollständig eingestellt werden; es kann also zu einer sogenannten Null-Rentenzahlung kommen.

Ab Juli 2017 beträgt die Hinzuverdienstgrenze bei der vollen Erwerbsminderungsrente kalenderjährlich 6.300 Euro.

Bei der teilweisen Erwerbsminderungsrente und der Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung bei Berufsunfähigkeit wird die Hinzuverdienstgrenze individuell errechnet indem das 0,81fache der jährlichen Bezugsgröße mit den höchsten Entgeltpunkten der letzten 15 Jahre multipliziert wird. Als Mindest-Entgeltpunkte kommen 0,5 Entgeltpunkte zum Ansatz, weshalb im Jahr 2017 bei den teilweisen (halben) Erwerbsminderungsrenten eine Mindest-Hinzuverdienstgrenze von 14.458,50 Euro gilt.

Bei den Hinzuverdienstgrenzen gibt es ab Juli 2017 darüber hinaus auch keine Unterscheidungen mehr zwischen Versicherten in den alten (Rechtskreis West) und neuen (Rechtskreis Ost) Bundesländern mehr.

Hinweis: Auch wenn die Hinzuverdienstgrenzen ab Juli 2017 großzügiger gestaltet wurden, darf der Hinzuverdienst nur in dem Maß erfolgen, wie dies die eingeschränkte Leistungsfähigkeit zulässt. Sollte der Hinzuverdienst mit einer Tätigkeit in dem Ausmaß erzielt werden, welches der bestätigten Erwerbsminderung widerspricht, kann dies dazu führen, dass der Rentenanspruch erneut überprüft wird und ggf. entfällt.

Beratung, Hilfe und Service

durch Ihre Rentenberatung Helmut Göpfert

Das Thema „Erwerbsminderungsrente“ ist alleine schon deshalb extrem wichtig, da hiervon meist die finanzielle Existenz abhängt. Hier ist es entscheidend, eine kompetente Beratung zu erhalten, da das Fachwissen des Rentenspezialisten in diesem Bereich immens wichtig ist.

Die Rentenberatung Helmut Göpfert hilft und berät Sie umfassend in allen Angelegenheiten einer Erwerbsminderungsrente – unabhängig von den Rentenversicherungsträgern.

Als Beispiele sind hier zu nennen:

  • Beratung hinsichtlich des Anspruchs auf Erwerbsminderungsrente,
  • Antragstellung,
  • Durchführung von Widerspruchs- und ggf. Klageverfahren,
  • Überprüfung der Festsetzung des Beginns der Rente,
  • Überprüfung der Rentenberechnung (Höhe der Rente),
  • u. s. w.

Für alle Fragen zu den Renten wegen Erwerbsminderung und zu allen Angelegenheit der Gesetzlichen Rentenversicherung steht Ihnen Ihr Rentenberater Helmut Göpfert gerne zur Verfügung – Anruf genüg!

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