Was tun bei falschen Rentenbescheiden?

Jeder dritte Rentenbescheid ist lückenhaft

Am Montag, 02.08.2004 befasste sich ein Beitrag im ZDF heute-journal mit dem Thema "Rentenbescheide".

In dem Beitrag wurde unter anderem von Experten gewarnt, dass jeder dritte Rentenbescheid lückenhaft sei. Daher sollte jeder bei seiner Rentenberechnung genauer hinschauen, insbesondere bei den beitragsfreien Zeiten und nicht auf die Berechnungen der Mammut-Behörden (BfA bzw. LVA) vertrauen. Bei der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA) haben im vergangenen Jahr bundesweit 150.000 Rentner Widersprüche mit Erfolg eingelegt.

Insbesondere wurde auf die Arbeit professioneller Rentenberater hingewiesen, die die Rentenbescheide fachkundig prüfen und wissen, wie die Rechte der Betroffenen durchgesetzt werden können.

Lassen daher auch Sie Ihren Rentenbescheid prüfen und vereinbaren Sie mit mir einen Beratungstermin!

Der unten beigefügte Artikel - der im heute-journal gesendet wurde - stellt nur ein Beispiel dar.

Helmut und Ruth Behrendt fühlen sich betrogen. Der 78-Jährige kämpft seit zwölf Jahren um seine vollen Rentenansprüche. Als 1992 der erste Bescheid kam, ist ihm sofort aufgefallen, dass bei der Rechnung etwas nicht stimmen konnte: "Das war einfach zu wenig. Ich habe Widerspruch eingelegt, doch der gleiche Betrag kam wieder. Daraufhin bin ich selbst nach Düsseldorf gefahren, um das mit dem Sachbearbeiter zu klären, da das nicht stimmen konnte. Ich bin dort so erniedrigend behandelt worden, das kann man gar nicht erklären. Heulend bin ich aus dem Gebäude gelaufen."

Trotz Widerspruch kein Recht

Helmut Behrendt war immer überzeugt davon, im Recht zu sein, doch er sah keine Chance mehr, seine Ansprüche durchzusetzen. Weil die ausgezahlte Rente nur wenige hundert Euro betrug, suchte sich der ehemalige Bautechniker einen Job an der Tankstelle. Hier stand er bis vor zwei Jahren an der Kasse.

Erst 2002 erfährt Behrendt von der Arbeit professioneller Rentenberater. Er lässt seinen Fall vom Experten überprüfen. Mit Erfolg. Die Landesversicherungsanstalt Rheinprovinz muss ihre Fehler doch eingestehen. Für Rolf Ponzelet, Präsident des Bundesverbandes der Rentenberater, ist dies kein Einzelfall: "Wenn ich bei mir allein eine Zahl nenne, dass jeder zweite Rentenbescheid irgendwo mit Fehlern behaftet ist, dann muss ich von einer hohen Dunkelziffer ausgehen. Und ich kann den Leuten nur raten, kümmert euch darum, befasst euch damit, schaut euch zumindest den Versicherungsverlauf an. Und wenn etwas unklar ist, Rat in Anspruch nehmen."

Fehlerteufel und Verjährungsfrist

Zehntausend Rentner bekommen zu wenig Geld ohne es zu wissen. Bundesweit haben rund 150.000 Rentner im vergangenen Jahr ihre Bescheide mit Erfolg beanstandet. Bei einem täglichen Arbeitspensum von mehr als 100 Akten pro Sachbearbeiter können sich schnell Fehler einschleichen. Im Fall Behrendt versagte sogar die Technik, außerdem ist er ein Opfer der Verjährungsfrist.

Heinz Krumnack von der Landesversicherungsanstalt Rheinprovinz (LVA) erklärt die Umstände: "Bei Herrn Behrendt ist es im Jahr 1992 zu einem Computerfehler gekommen. Daraufhin ist die Rente zu niedrig festgestellt worden. Wir haben die Rente, nach dem wir sie neu berechnet haben, für einen Zeitraum von vier Jahren rückwirkend gezahlt. Wir bedauern das sehr, dass wir nur für vier Jahre zahlen können, aber dies ist aufgrund des Gesetzes anders nicht möglich."

Im Stich gelassen?

Acht Rentenjahre, das sind mehrere zehntausend Euro, sind Helmut Behrendt bei der Nachzahlung somit verlorengegangen. Der sechsfache Vater fühlt sich vom Staat im Stich gelassen. Doch wievielen Rentnern geht es ähnlich? Beim größten Rentenversicherungsträger, der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA) in Berlin, ist das Problem bekannt. Hier gingen im vergangenen Jahr 150.000 Widersprüche ein. Jeder Dritte war berechtigt. Rainer Helbig von der BfA relativiert: Wo Menschen arbeiten, werden Fehler gemacht. Oft sind es Übertragungsfehler. Dass jeder dritte Bescheid fehlerhaft sei, ist völlig aus der Luft gegriffen. In vielen Fällen aber sind die Angaben der Anspruchsteller unzureichend und werden erst später nachgereicht, und selbstverständlich korrigiert."

Obwohl Helmut Behrendt schwer herzkrank ist, will er seinen Kampf um die volle Rente nicht aufgeben, auch wenn es noch ein langer Weg durch die Instanzen ist.

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