Gesundheitskarte schon ab April 2008

Kommt die elektronische Gesundheitskarte nun schon im April 2008?

Eigentlich sollte die Gesundheitskarte, durch die die bisherige Krankenversichertenkarte abgelöst wird, schon im Januar 2006 eingeführt werden. Doch die Einführung hat auf sich warten lassen, nicht zuletzt wegen technischer Schwierigkeiten.

Doch nun soll nach den Plänen des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) – welche am 06.10.2007 durch einen Ministeriumssprecher bestätigt wurden - die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (kurz: eGK) schon ab April 2008 erfolgen. Betroffen hiervon sind ca. 80 Millionen privat und gesetzlich Krankenversicherte.

Unterschiede zur bisherigen Krankenversichertenkarte

Die elektronische Gesundheitskarte ersetzt die bisherige Krankenversichertenkarte. Auf dem neuen Medium werden deutlich mehr Daten abgespeichert bzw. besteht hierzu die Möglichkeit.

So bietet die neue Gesundheitskarte folgende zusätzliche Möglichkeiten:

  • Gesundheitskarte wird auch medizinische Daten verfügbar machen
  • medizinischer Teil soll nur auf freiwilliger Basis genutzt werden können
  • ein Lichtbild des Karteninhabers wird enthalten sein
  • Karte wird mit „europäischer Rückseite“ ausgestattet. Dadurch können Leistungen in den Mitgliedsstaaten der EU in Anspruch genommen werden.

Auf der Gesundheitskarte werden Daten gespeichert, die administrativ (verpflichtend) sind. Darüber hinaus können Daten aus dem medizinischen Bereich abgespeichert werden. Hierüber kann jedoch jeder einzelne Versicherte selbst entscheidet, ob die Daten abgespeichert werden sollen oder nicht (freiwilliger Teil).

Administrativer Teil (verpflichtender Teil)

  • Versicherungsangaben einschließlich Angaben zum Zuzahlungsstatus
  • Berechtigung, im europäischen Ausland behandelt zu werden
  • papierlose Übertragung eines Rezepts

Medizinischer Teil (freiwilliger Teil)

  • Dokumentation der eingenommenen Arzneimittel
  • Notfallinformationen (z. B. Blutgruppe, chronische Organleiden, Allergien, Herzkrankheiten, Dialyse, Asthma, u. s. w.)
  • zusätzliche Gesundheitsinformationen (z. B. aktuelle Diagnosen, Operationen, Impfungen und Röntgenuntersuchungen)
  • Möglichkeit zur Aufnahme von elektronischen  Mitteilungen (z. B. Arztbrief)
  • Ermöglichung einer sogenannten Patientenquittung, welche die Patientinnen und Patienten über die vom Arzt erbrachten Leistungen und deren vorläufige Kosten informiert
  • eigene, von den Patientinnen und Patienten selbst zur Verfügung gestellte Daten (z. B. Verlaufsprotokolle eines Diabetikers, Hinweis auf Patientenverfügungen)

Unsicherheitsfaktor Gesundheitskarte

Derzeit wird die Gesundheitskarte in bestimmten Regionen getestet. Weitere Tests sollen die Praxistauglichkeit der Karte testen, bevor diese in ganz Deutschland eingeführt wird. So gibt es aktuell noch Bedenken hinsichtlich der Datensicherheit und der störungsfreien Anwendungen im Alltag. Um die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte noch vor der nächsten Bundestagswahl abzuschließen, hat sich das Bundesministerium für Gesundheit  dazu entschlossen, weitere wichtige Testreihen komplett zu streichen.

Auf die Ankündigung des Bundesgesundheitsministerium haben sich auch sofort die Kassenzahnärzte über die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) zu Wort gemeldet. Vor 2009 ist nach deren Ansicht eine flächendeckende Einführung der eGK nicht möglich.

Bisher nur Probleme

Bisher hat es mit der elektronischen Gesundheitskarte nur Probleme gegeben. So wurden beispielsweise einige Tests verschoben, da die Lesegeräte die elektronischen Rezepte und Notfalldaten nicht aufrufen oder verändern konnten. Die Kartensysteme und die Software hatten bisher noch nicht die notwendigen Anforderungen erfüllt.

Auch die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung weist darauf hin, dass im Rahmen der Feldtests ausgegebene Karten wieder eingezogen werden mussten. Grund war, dass die Karten die für die Datenverschlüsselung erforderlichen Sicherheitsanforderungen nicht erfüllt haben.

Fazit

Ob die angepeilte Einführung der elektronischen Gesundheitskarte im April 2008 in der Praxis umgesetzt werden kann, bleibt abzuwarten. Rentenberatung-aktuell.de informiert Sie, sobald es zu diesem Thema Neuigkeiten gibt.

Hilfe und Beratung

In allen Angelegenheiten der Gesetzlichen Krankenversicherung steht Ihnen der Rentenberater und Krankenkassenbetriebswirt Helmut Göpfert zur Verfügung.

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