Krankenkassen erzielten 2007 Überschüsse

Eine gute und erfreuliche Nachricht kommt in diesen Tagen aus dem Lager der Gesetzlichen Krankenkasse. Wie das Bundesministerium für Gesundheit in einer Pressemitteilung vom 04.03.2008 mitteilt, erzielten die Kassen im Kalenderjahr 2007 ein positives Finanzergebnis mit einem Einnahmeüberschuss in Höhe von knapp 1,8 Milliarden Euro.

Während im Jahr 2006 das gesetzliche Krankenversicherungssystem einen Überschuss in Höhe von 1,63 Milliarden Euro erzielte, konnte dieses Ergebnis nochmals verbessert werden. Damit wurde bereits zum vierten Mal hintereinander ein Kalenderjahr mit einem positiven Finanzergebnis abgeschlossen.

Hohe Verschuldung im Jahr 2003

Die Gesetzlichen Krankenkassen waren Ende 2003 noch mit ca. 6 Milliarden Euro verschuldet, weshalb die Überschüsse in den Jahren 2004 bis 2007 für den Schuldenabbau verwendet wurden. Aktuell verfügt das System mit den erwirtschafteten Überschüssen nun wieder über Finanzreserven in Höhe von rund 3,2 Milliarden Euro. Erfreulich ist die nun vorhandene Finanzreserve deshalb, da dadurch ein Viertel einer durchschnittlichen Monatsausgabe abgesichert werden kann und damit die Leistungsfähigkeit der Krankenkassen sichergestellt ist – so wie dies auch die gesetzlichen Vorschriften vorsehen.

Noch nicht alle Kassen entschuldet

Durch das positive Finanzergebnis darf jedoch nicht der Anschein erweckt werden, dass nun alle Krankenkassen komplett schuldenfrei sind. Vielmehr stellt dies lediglich eine Zusammenfassung des gesamten gesetzlichen Krankenversicherungssystems dar. Einzelne Krankenkassen weisen aktuell noch ein negatives Finanzergebnis aus. Das Bundesministerium für Gesundheit geht jedoch davon aus, dass auch die betroffenen Kassen rechtzeitig zum Start des Gesundheitsfonds (s. auch: Entschuldung der Krankenkassen bis Ende 2008 nicht sicher) die noch vorhandenen Schulden bis Ende 2008 abgebaut haben und damit eine gerechte Basis für den Start des Gesundheitsfonds zum 01.01.2009 gegeben ist.

Entwicklung der Einnahmen und Ausgaben

Das gute Finanzergebnis kommt durch einen Anstieg des Beitragssatzniveaus zustande, das im Jahr 2007 bei 0,6 Prozentpunkte lag. Dadurch konnten die Beitragseinnahmen um 4,9 Prozent je Mitglied gesteigert werden. Eine weitere Steigerung von 0,7 Prozent je Mitglied ist durch erhöhte beitragspflichtige Einnahmen (erhöhte Grundlohnsumme) erfolgt.

Da die Leistungsausgaben im Gegenzug lediglich um 3,7 Prozent gestiegen sind, konnten Überschüsse in Höhe von 1,78 Milliarden Euro erzielt werden.

Ausgabenexplosion in bestimmten Bereichen

Im Bereich der Prävention und Rehabilitation ist im Jahr 2007 eine Ausgabenexplosion zu verzeichnen, die jedoch politisch gewollt ist. So wurden im vergangenen Jahr alleine für Schutzimpfungen 70 Prozent höhere Leistungsausgaben getätigt als noch im Jahr 2006. Dies kommt daher, dass durch die Gesundheitsreform (GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz) Impfungen zu Pflichtleistungen der Krankenkassen wurden. Positiv werden die enormen Mehrausgaben deshalb gesehen, weil hier ein erheblich verbesserter Impfschutz in der Bevölkerung besteht und somit Folgekosten – durch eine Verhinderung von Krankheiten – vermieden werden.

Auch im Bereich der Kuren wurden Ausgabensteigerungen von bis zu 14,8 Prozent (Mutter-Vater-Kind-Kuren) verzeichnet.

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