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Auswirkungen von Photovoltaik-Einnahmen auf Rente

Die Bedeutung der Energieerzeigung durch Photovoltaik-Anlagen ist in den vergangenen Jahren extrem gestiegen. Die Nutzung der Sonnenenergie hat in den letzten zehn bis 15 Jahren deutlich zugenommen. Die enorme Bedeutung zeigt sich am Volumen der durch Sonnenenergie gewonnenen Strommenge. Während im Jahr 2000 nur 64 Millionen Kilowattstunden Strom durch Photovoltaik-Anlagen gewonnen wurden, wurden laut BSW-Solar zehn Jahre später – im Jahr 2010 – bereits 11.683 Millionen Kilowattstunden Strom gewonnen.

Rentner, die mit dem Gedanken spielen, eine Photovoltaik-Anlage zu erwerben, sollten jedoch auf die Auswirkungen auf die Rentenzahlung achten. Denn durch die Installation einer Anlage werden die Betroffenen steuerrechtlich zum Unternehmer. Die Gewinne hieraus sind Einkünfte im Sinne des Einkommensteuergesetzes, welche unter Umständen bei der Rente angerechnet werden und die Rentenzahlung kürzen bzw. die Rentenzahlung komplett entfallen lassen.

PhotovoltaikEinnahmen aus Photovoltaik-Anlagen

Grundsätzlich handelt es sich bei den Einnahmen, welche aus Photovoltaik-Anlagen erzielt werden, steuerrechtlich um Einkünfte aus einem Gewerbebetrieb. Es kann sich bei den Einnahmen jedoch auch um Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung oder um Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft handeln.

Sofern es um die Auswirkungen geht, welche Einnahmen aus Photovoltaik-Anlagen auf die Rentenzahlung haben können, greifen die Rentenversicherungsträger auf die Beurteilung der Finanzämter oder Steuerberater zurück. Das heißt, dass die Rentenkassen die einkommensteuerrechtliche Beurteilung nicht vornehmen, sondern sich den Feststellungen des Finanzamtes anschließen. Anhand der Feststellungen des Finanzamtes wird dann durch die Rentenkasse geprüft, ob sich durch die Einnahmen Auswirkungen auf die Rentenzahlung ergeben.

Auswirkungen auf Renten

Bei Einnahmen aus Photovoltaik-Anlagen können sich Auswirkungen auf die Rentenzahlungen bei den Altersrenten vor Erreichen der Regelaltersgrenze (Altersfrührenten), den Erwerbsminderungsrenten und bei den Renten wegen Todes ergeben.

Altersrente

Eine Kürzung einer Altersrente wegen einer Einkommensanrechnung kann sich für Versicherte vor Erreichen der Regelaltersgrenze ergeben. Ab Erreichen der Regelaltersgrenze kommt eine Anrechnung eines Hinzuverdienstes nicht mehr in Frage. Die Regelaltersgrenze wird seit dem Jahr 2012 schrittweise vom vollendeten 65. Lebensjahr auf das vollendete 67. Lebensjahr angehoben (s. Regelaltersrente, Anhebung Regelaltersgrenze). Für Versicherte der Geburtsjahrgänge ab 1964 gilt dann einheitlich die Regelaltersgrenze von 67 Jahren.

Vor Erreichen der Regelaltersgrenze muss, sofern es zu keiner Rentenkürzung kommen soll, die monatliche Hinzuverdienstgrenze von 450,00 Euro (bis Dezember 2012 lag die Grenze von bei monatlich 400,00 Euro) beachtet werden. Einnahmen bis zu monatlich 450,00 Euro führen daher zu keiner Rentenkürzung.

Liegen die Einnahmen regelmäßig höher als 450,00 Euro, kommt – je nach Höhe der Überschreitung der Hinzuverdienstgrenzen – eine Rentenzahlung nur noch in Höhe von zwei Dritteln, der Hälfte oder einem Drittel der Vollrente in Frage. Bei einem sehr hohen Hinzuverdienst kann es zum kompletten Entfall der Rentenzahlung kommen. Die Hinzuverdienstgrenzen werden für jeden Rentner individuell errechnet, da für die Berechnung der Hinzuverdienstgrenzen die erzielten Entgeltpunkte der letzten drei Jahre vor der Rente maßgebend sind. Hat jemand also in den letzten drei Jahren vor Rentenbeginn einen hohen Verdienst gehabt, kann auch während der Altersrente vor Erreichen der Hinzuverdienstgrenze ein höherer Hinzuverdienst erzielt werden.

Bei einem sehr geringen oder gar keinem rentenversicherungspflichtigen Verdienst in den letzten drei Jahren vor Rentenbeginn, werden mindestens 1,5 Entgeltpunkte (also 0,5 Entgeltpunkte pro Jahr) angesetzt. Damit ergeben sich Mindest-Hinzuverdienstgrenzen, welche folgend für das Kalenderjahr 2013 dargestellt sind:

Alte Bundesländer (Rechtskreis West)
  • Teilrente von 2/3: 525,53 Euro
  • Teilrente von 1/2: 768,08 Euro
  • Teilrente von 1/3: 1.101,63 Euro
Neue Bundesländer (Rechtskreis Ost)
  • Teilrente von 2/3: 466,55 Euro
  • Teilrente von 1/2: 681,88 Euro
  • Teilrente von 1/3: 897,21 Euro

Als Einkommen und damit als Hinzuverdienst werden bei den Altersrenten Arbeitsentgelt, Arbeitseinkommen (Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft, Gewerbebetrieb oder selbstständiger Arbeit) und vergleichbares Einkommen (beispielsweise Bezüge aus einem öffentlich-rechtlichen Arbeitsverhältnis oder Entschädigungen für Abgeordnete) berücksichtigt. Sofern tatsächlich keine selbstständige Tätigkeit ausgeübt wird, jedoch steuerrechtlich Einnahmen erzielt werden, müssen diese Einnahmen bei der Rente als Hinzuverdienst berücksichtigt werden. Im Rahmen der Hinzuverdienstregelung können also Einnahmen aus Photovoltaik-Anlagen nur dann bei der Altersrente Berücksichtigung finden, wenn diese Einnahmen steuerrechtlich als Einkünfte aus Gewerbebetrieben oder als Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft gewertet werden.

Erwerbsminderungsrenten

Bei den Erwerbsminderungsrenten wird zwischen der Rente wegen voller Erwerbsminderung (volle Rente) und der Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung bzw. Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung bei Berufsunfähigkeit (halbe Renten) unterschieden.

Ein Hinzuverdienst wird auch bei diesen Renten berücksichtigt. Generell gilt auch hier, dass ein Hinzuverdienst bis zu 450,00 Euro (bzw. bis zu 400,00 Euro für die Zeit bis Dezember 2012) zu keiner Rentenkürzung führt. Wird die Hinzuverdienstgrenze von 450,00 Euro monatlich überschritten, wird die volle Erwerbsminderungsrente nur noch in Höhe von drei Vierteln, der Hälfte oder einem Viertel geleistet.

Die Renten wegen teilweiser Erwerbsminderung können, je nach Höhe des zu berücksichtigenden Hinzuverdienstes, entweder in voller Höhe (also in halber Höhe der Rente wegen voller Erwerbsminderung) oder in halber Höhe (also in Höhe von einem Viertel der Rente wegen voller Erwerbsminderung) geleistet werden.

Auch bei den Erwerbsminderungsrenten gibt es sogenannte Mindest-Hinzuverdienstgrenzen, welche für das Kalenderjahr 2013 unter: Hinzuverdienstgrenzen Erwerbsminderungsrenten 2013 nachgelesen werden können.

Zu beachten ist bei den Erwerbsminderungsrenten, dass hier neben dem Arbeitsentgelt, dem Arbeitseinkommen und den vergleichbaren Einnahmen auch – anders als bei den Altersrenten – bestimmte Sozialleistungen wie z. B. Krankengeld, Übergangsgeld, Arbeitslosengeld oder Verletztengeld als Hinzuverdienst berücksichtigt werden.

Generell gilt bei sämtlichen Hinzuverdienstgrenzen, dass diese bis zum jeweils Doppelten zwei Mal je Kalenderjahr überschritten werden können, ohne dass sich eine (weitere) Rentenkürzung ergibt. Mit dieser Regelung möchte der Gesetzgeber erreichen, dass evtl. Verdienstspitzen, beispielsweise durch die Zahlung von Urlaubsgeld oder einer Weihnachtsgratifikation oder die Auszahlung von Mehrarbeit) abgefedert werden, ohne dass es im Gegenzug zu einer Rentenminderung kommt.

Renten wegen Todes

Zu den Renten wegen Todes zählen die Witwen-/Witwerrenten, die Halbwaisen- und Vollwaisenrenten und die Erziehungsrenten. Bei diesen Renten gibt es, anders als bei den Altersrenten und Erwerbsminderungsrenten, keine Hinzuverdienstgrenze, sondern eine Einkommensanrechnung. Liegt ein Einkommen oberhalb eines gesetzlich festgelegten Freibetrages vor, kommt es zu einer Rentenkürzung.

Bei den Renten wegen Todes muss zwischen den Renten unterschieden werden, welche nach altem oder neuem Recht geleistet werden. Das alte Recht kommt dann zur Anwendung, wenn die Ehe vor dem 01.01.2002 geschlossen wurde und mindestens ein Ehepartner vor dem 02.01.1962 geboren wurde.

Generell werden bei den Renten wegen Todes Arbeitsentgelt, Arbeitseinkommen oder vergleichbares Einkommen und Erwerbsersatzeinkommen angerechnet. Bei den Renten, welche nach dem neuen Recht geleistet werden, werden zusätzlich noch das Elterngeld und Vermögenseinkommen (Einnahmen aus Kapitalvermögen, Vermietung und Verpachtung und privaten Veräußerungsgeschäften) angerechnet.

Wird neben einer Rente wegen Todes ein Einkommen erzielt, wird zunächst ein pauschaliertes Nettoeinkommen errechnet. Dies erfolgt, indem vom tatsächlichen Brutto-Einkommen ein Pauschalabzug vorgenommen wird. Dieser Pauschalabzug ist je nach Einkommensart unterschiedlich hoch. Er beträgt beispielsweise beim Arbeitsentgelt 40 Prozent, beim Arbeitseinkommen von Selbstständigen 39,8 Prozent und bei Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung 25,0 Prozent.

Die Einnahmen aus Photovoltaik-Anlagen werden dem Arbeitseinkommen zugerechnet, wenn sie seitens des Finanzamtes als „Einkünfte aus Gewerbebetrieb“ oder „Einkünfte aus Land und Forstwirtschaft“ gewertet werden. Daher kommt es hier zu einem Pauschalabzug von 39,8 Prozent, sodass nur 60,2 Prozent der Einkünfte, welche im Steuerbescheid ausgewiesen werden, als maßgebliches Einkommen bei der Rente wegen Todes angerechnet wird.

Liegen steuerrechtlich Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung vor, kommt es zu einem Pauschalabzug von 25,0 Prozent, sodass nur 75 Prozent der im Steuerbescheid ausgewiesenen Einkünfte herangezogen werden. Die Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung finden allerdings nur bei den Renten wegen Todes, welche nach neuem Recht geleistet haben, Berücksichtigung.

Das errechnete Fiktiv-Netto-Einkommen wird einem Freibetrag gegenübergestellt, welcher gesetzlich definiert ist. Der Freibetrag erhöht sich je waisenrentenberechtigtem Kind. Wird mit dem Einkommen der Freibetrag überschritten, werden von dem übersteigenden Betrag 40 Prozent auf die Rente angerechnet.

Von Bedeutung ist, dass im Sterbevierteljahr (bis drei Monate nach dem Tod des Versicherten) bei den Witwen- und Witwerrenten keine Einkommensanrechnung erfolgt.

Pflicht zum Nachweis

Die Versicherten mit einem Anspruch auf eine Rente müssen dem zuständigen Rentenversicherungsträger entsprechende Nachweise über das vorhandene Einkommen vorlegen. Bei den Einnahmen, welche aus dem Betrieb von Photovoltaik-Anlagen erzielt werden, kommt hierfür im Regelfall der letzte Einkommensteuerbescheid in Betracht. In dem Einkommensteuerbescheid sind dann entsprechend die Photovoltaik-Anlagen-Einnahmen als „Einkünfte aus Gewerbebetrieb“, „Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung“ oder als „Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft“ ausgewiesen.

Sollte über die Einnahmen aus der Photovoltaik-Anlage noch kein Steuerbescheid vorhanden sein, können die voraussichtlichen steuerpflichtigen Einnahmen auch durch einen Steuerberater bescheinigt werden. Alternativ kann auch die abgegebene Einkommensteuererklärung als Nachweis in Betracht kommen. Sobald allerdings dann ein Steuerbescheid vorliegt, erfolgt aufgrund dieses Bescheides eine Überprüfung der Rentenzahlung. Es kann dann zu einer Rentenrückforderung kommen, wenn sich eine Überzahlung der Rente ergibt. Sollte eine Rentenzahlung zu Unrecht gekürzt worden sein, wird die Rente an den Rentenberechtigten nachgezahlt.

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Registrierte Rentenberater stehen als unabhängige Experten in allen Angelegenheiten des gesetzlichen Rentenrechts zur Verfügung. So beantworten die Rentenberater auch alle Fragen zur Rentenberechnung und evtl. Berücksichtigung ein zusätzlich bezogenen Einkommens.

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