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Gesetzliche Renten-, Kranken-, Pflege- und Unfallversicherung

Verbesserung des Wohnumfeldes

Oft stellt sich die Frage, was zu tun ist, wenn ein Angehöriger zwar in der Familie gepflegt werden soll, die Wohnung oder das Haus dafür aber nicht geeignet ist. Die Türen sind zu schmal, um mit dem Rollstuhl hindurch zu fahren, das Badezimmer ist zu eng, um dort einen Pflegebedürftigen zu waschen und die Treppenstufen stellen oft unüberwindbare Hindernisse für Gehbehinderte und Rollstuhlfahrer dar.

Finanzielle Hilfe durch Soziale Pflegeversicherung

Der Leistungskatalog der Gesetzlichen Pflegeversicherung sieht hier finanzielle Hilfen vor. Umbaumaßnahmen, die die Pflege erleichtern oder dem Pflegebedürftigen ein selbstständigeres Leben ermöglichen, werden finanziell gefördert. Diese Maßnahmen dienen der Verbesserung des Wohnumfeldes.

Eine Maßnahme zur Verbesserung des individuellen Wohnumfeldes liegt auch dann vor, wenn z. B. durch einen Umzug des Pflegebedürftigen von einer ungeeigneten in eine pflegegeeignete Wohnung der Verbesserung der Pflegesituation Rechnung getragen werden kann. In diesem Fall kann die Pflegekasse die Kosten des Umzugs (z. B. von einer Obergeschoss- in eine Erdgeschosswohnung) bezuschussen.

WohnumfeldverbesserungGesonderter Antrag ist grds. nicht erforderlich

Bereits im ersten Gutachten zur Feststellung der Pflegebedürftigkeit berücksichtigt der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) die Versorgungssituation des Pflegebedürftigen mit technischen Hilfsmitteln und die erforderlichen Umbaumaßnahmen in der Wohnung. Diese Empfehlungen des MDK verpflichten die Pflegekassen, dem Pflegebedürftigen über die in Frage kommenden Maßnahmen und die mögliche Höhe des Zuschusses zu beraten. Die Empfehlung des MDK gelten bereits als Antrag, sofern der Pflegebedürftige nicht Gegenteiliges erklärt.

In allen anderen Fällen ist ein Antrag auf Kostenübernahme vor Beginn der Maßnahme mit einem entsprechenden Kostenvoranschlag zu stellen.

Höhe der finanziellen Zuschüsse und Eigenanteil

Die Pflegekassen beteiligen sich ab Januar 2015 mit einem Zuschuss in Höhe von bis zu 4.000,00 € (bis Dezember 2014: 2.557,00 €) je Maßnahme an den Kosten für die Umbaumaßnahme bzw. zur Verbesserung des Wohnumfeldes in der Wohnung, in der der Versicherte dauerhaft lebt.

In der Vergangenheit sahen die Leistungsvorschriften vor, dass Versicherte sich an den Kosten der Wohnumfeldverbesserung mit einem Eigenanteil in Höhe von 10 Prozent der Kosten beteiligen. Bei geringen Einnahmen konnte der Eigenanteil komplett entfallen oder auf maximal 25 Prozent der monatlichen Bruttoeinnahmen beschränkt werden - s. Geringere Zuzahlungen bei Wohnumfeldverbesserung.

Seit Inkrafttreten des PNG (Pflege-Neuausrichtungsgesetz) am 30.10.2012 ist der Eigenanteil bei den wohnumfeldverbessernden Maßnahmen komplett entfallen. Das heißt, es werden seit dem die für die Wohnumfeldverbesserung entstehenden Kosten in voller Höhe bis zu einem Betrag von 2.557 € bzw. ab Januar 2015 bis zu einem Betrag von 4.000 € übernommen.

Zuschussbegrenzung bei mehreren Pflegebedürftigen

Bislang konnten die Pflegekassen lediglich einmal einen Zuschuss in Höhe von 2.557 Euro leisten, sofern in einer Wohnung mehrere Pflegebedürftige wohnen und damit die Maßnahmen zur Wohnumfeldverbesserung mehreren Pflegebedürftigen dienlich waren. In diesem Punkt wurde – ebenfalls durch das Pflege-Neuausrichtungsgesetz – eine Leistungsverbesserung vorgenommen.

Sofern in einem Haushalt mehrere Pflegebedürftige wohnen, dürfen nun die Zuschüsse für Wohnumfeldverbesserungsmaßnahmen den Betrag von 4.000 Euro (bis Dezember 2014: 2.557 Euro) je Pflegebedürftigen überschreiten. Die neue Begrenzung besagt nun, dass ein Zuschuss bis maximal 16.000 Euro (bis Dezember 2014: 10.228 Euro) je Maßnahme geleistet werden kann, wenn der Wohngemeinschaft vier und mehr Pflegebedürftige angehören.

Vorrangige Leistungserbringer

Sollten andere Sozialleistungsträger vorhanden sein, sind diese vorrangig für derartige Leistungen zuständig. In Betracht kommen z. B. die Gesetzliche Unfallversicherung nach einem Arbeitsunfall bzw. Berufskrankheit oder die Hauptfürsorgestellen bei Schwerbehinderten. Liegt daher  bei einem Berufstätigen ein Grad der Behinderung von 50% und mehr vor, ist nicht die Gesetzliche Pflegekasse für die Maßnahmen zur Verbesserung des Wohnumfeldes zuständig.

Lesen Sie hier, welche wohnumfeldverbessernde Maßnahme durch die Pflegekasse:

werden können.

Hilfe und Beratung

In allen Angelegenheiten der Gesetzlichen Pflegeversicherung hilft Ihnen die Rentenberatung Helmut Göpfert gerne weiter. Hier erhalten Sie auch kompetente Unterstützung in Widerspruchs- und Klageverfahren.

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