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Kombination Pflegegeld mit Tages- und Nachtpflege

Pflegebedürftige, die ihre häusliche Pflege selbst sicherstellen, erhalten von der Pflegekasse ein Pflegegeld. Mit diesem Pflegegeld soll der Pflegebedürftige in die Lage versetzt werden, seine Pflegepersonen für die ehrenamtliche Pflege finanziell zu honorieren. In den Jahren 2010 und 2011 beträgt das monatliche Pflegegeld in der Pflegestufe I (erhebliche Pflegebedürftigkeit) 225,00 Euro, in der Pflegestufe II (Schwerpflegebedürftigkeit) 430,00 Euro und in der Pflegestufe III (Schwerstpflegebedürftigkeit) 685,00 Euro. Ab dem Jahr 2012 werden die Leistungsbeträge des Pflegegeldes in der Pflegestufe I auf 235,00 Euro, in der Pflegestufe II auf 440,00 Euro und in der Pflegestufe III auf 700,00 Euro erhöht.

Zur Ergänzung der häuslichen Pflege bzw. wenn diese nicht mehr sichergestellt werden kann, können die Pflegebedürftigen die teilstationäre Pflege beanspruchen. Die teilstationäre Pflege wird entweder als Tagespflege oder als Nachtpflege durchgeführt. Bei der Tagespflege wird der Pflegebedürftige während des Tages in der Pflegeeinrichtung gepflegt und kann die Nacht in seinem häuslichen Umfeld verbringen. Bei der Nachtpflege wird der Pflegebedürftige während des Tages in seinem häuslichen Bereich gepflegt und befindet sich nachts in der teilstationären Pflegeeinrichtung. In der Praxis wird meist die teilstationäre Pflege als Tagespflege beansprucht.

Für die Tagepflege können die Pflegekassen in den Kalenderjahren 2010 und 2011 in der Pflegestufe I einen Leistungsbetrag von bis zu 440,00 Euro, in der Pflegestufe II bis zu 1.040,00 Euro und in der Pflegestufe III bis zu 1.510,00 Euro leisten. Ab dem Jahr 2012 erhöhen sich auch hier die Leistungsbeträge in der Pflegestufe I auf 450,00 Euro, in der Pflegestufe II auf 1.100,00 Euro und in der Pflegestufe III auf 1.550,00 Euro.

PflegegeldHöhe des Pflegegeldes bei Kombination

Wird von einem Pflegebedürftigen neben der teilstationären Pflege ausschließlich Pflegegeld beansprucht, muss geprüft werden, ob das Pflegegeld in voller Höhe ausgezahlt werden kann. Dabei gilt, dass das Pflegegeld in voller Höhe geleistet werden kann, wenn die teilstationäre Pflege maximal in Höhe von 50 Prozent des geltenden Leistungshöchstbetrages der Pflegesachleistung beansprucht wird. Die Leistungsbeträge für die Pflegesachleistung sind identisch hoch wie die Leistungsbeträge für die teilstationäre Pflege.

Wird die teilstationäre Pflege jedoch mit mehr als 50 Prozent des geltenden Sachleistungshöchstbetrages in Anspruch genommen, wird das Pflegegeld anteilig gekürzt. Die anteilige Kürzung erfolgt um den über 50 liegenden Vomhundertsatz.

Beispiel 1:

Im Juli 2011 nimmt ein Pflegebedürftiger, der in die Pflegestufe III eingestuft ist, die Tagespflege im Umfang von 755,00 Euro in Anspruch.

Lösung:

Mit den 755,00 Euro, die für die Tagespflege (teilstationäre Pflege) beansprucht werden, werden 50 Prozent des monatlichen Sachleistungshöchstbetrages ausgeschöpft. Damit wird das Pflegegeld in voller Höhe – also unvermindert – ausgezahlt. Im Juli 2011 beträgt dieses in diesem Fall 685,00 Euro.

Beispiel 2:

Ein Pflegebedürftiger, der in die Pflegestufe III eingestuft ist, nimmt im Juli 2011 die Tagespflege im Umfang von 1.132,50 Euro in Anspruch.

Lösung:

Mit der in Anspruch genommenen Tagespflege (teilstationären Pflege) werden 75 Prozent des maximalen Leistungsanspruchs (Sachleistung) ausgeschöpft. Da die teilstationäre Pflege damit im Umfang von mehr als 50 Prozent (hier 75 Prozent) beansprucht wird, ist das Pflegegeld um den über 50 liegenden Vomhundertsatz, dies sind (75 Prozent – 50 Prozent) 25 Prozent, zu kürzen.

Das Pflegegeld beträgt im Juli 2011 damit nur noch (100 Prozent – 25 Prozent) 75 Prozent des maximalen Leistungsanspruchs, also (685,00 Euro x 75 Prozent =) 513,75 Euro.

Keine Aufstockung

Wird die teilstationäre Pflege im Umfang von weniger als 50 Prozent des möglichen Leistungsbetrags beansprucht, kann das Pflegegeld nicht um den nicht in Anspruch genommenen prozentualen Anteil aufgestockt werden. Das Pflegegeld kann daher niemals im Umfang von mehr als 100 Prozent beansprucht werden, sofern dieses mit einer teilstationären Pflege kombiniert wird. Ebenfalls ist es nicht möglich, durch einen anteiligen Verzicht auf das Pflegegeld den Leistungsbetrag für die teilstationäre Pflege zu erhöhen.

Besonderheit bei Pflegestufe III – Härtefälle

Die gesetzlichen Vorschriften der Sozialen Pflegeversicherung sehen bei der Pflegesachleistung einen erhöhten Leistungsanspruch für Versicherte vor, die in die Pflegestufe III – Härtefall eingestuft sind. Hier beträgt der monatliche Leistungsanspruch bis zu 1.918,00 Euro. Beim Pflegegeld und bei der teilstationären Pflege kennt das Gesetz in diesen Fällen hingegen keinen erhöhten Leistungsanspruch. Da bei der Berechnung der prozentual in Anspruch genommenen teilstationären Pflege auf den Leistungsbetrag der Pflegesachleistung abgestellt wird, ergibt sich ein höheres anteiliges Pflegegeld.

Beispiel 3:

Ein Pflegebedürftiger, der in die Pflegestufe III – Härtefall eingestuft ist, nimmt im Juli 2011 die Tagespflege im Umfang von 1.132,50 Euro in Anspruch.

Lösung:

Mit der in Anspruch genommenen teilstationären Pflege in Höhe von 1.132,50 Euro werden 59,05 Prozent des möglichen Sachleistungsanspruchs (1.918,00 Euro) aufgebraucht. Das Pflegegeld ist damit um den über 50 liegenden Vomhundertsatz, dies sind in diesem Fall (59,05 Prozent – 50 Prozent) 9,05 Prozent zu kürzen.

Das Pflegegeld beträgt im Juli 2011 damit noch (100 Prozent – 9,05 Prozent) 90,95 Prozent des maximalen Leistungsanspruchs, also (685,00 Euro x 90,95 Prozent =) 623,01 Euro.

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