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Gesetzliche Renten-, Kranken-, Pflege- und Unfallversicherung

Besonderheiten zur Versicherungs- und Beitragspflicht

Arbeitnehmer, die gegen Arbeitsentgelt beschäftigt sind, unterliegen grundsätzlich der Versicherungspflicht in der Gesetzlichen Kranken-, Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung. Dieser Grundsatz gilt auch dann, wenn der Arbeitnehmer bereits eine Altersrente erhält. Allerdings gibt es in diesem Zusammenhang einige Besonderheiten zu beachten, welche hier beschrieben werden.

Gesetzliche Krankenversicherung

Unabhängig von einem Rentenbezug unterliegt ein Arbeitnehmer aufgrund des Beschäftigungsverhältnisses gegen Arbeitsentgelt der Versicherungspflicht in der Gesetzlichen Krankenversicherung. Eine Besonderheit gilt es allerdings beim Beitragssatz zu beachten. In der Gesetzlichen Krankenversicherung wird zwischen dem allgemeinen und dem ermäßigten Beitragssatz unterschieden. Der allgemeine Beitragssatz kommt dann zur Anwendung, wenn ein Anspruch auf Krankengeld besteht. Der ermäßigte Beitragssatz gilt für Beschäftigte ohne Krankengeldanspruch.

Da der Anspruch auf Krankengeld nur für Versicherte ausgeschlossen ist, die eine Vollrente wegen Alters beziehen, gilt für diese der ermäßigte Beitragssatz. Bezieht der Beschäftigte nur eine Altersteilrente, besteht nach Ablauf der Entgeltfortzahlung ein Anspruch auf Krankengeld. Für Beschäftigte im Teilrentenbezug gilt daher der allgemeine Beitragssatz.

Soziale Pflegeversicherung

Es gilt der Grundsatz, dass die Versicherungspflicht bzw. Versicherungsfreiheit in der Sozialen Pflegeversicherung der Gesetzlichen Krankenversicherung folgt. Dies ist auch für beschäftigte Rentner der Fall. Nachdem es in der Sozialen Pflegeversicherung nur einen einheitlichen Beitragssatz (und keine Unterscheidung zwischen einem allgemeinen und ermäßigten Beitragssatz) gibt, kommt hier diese Differenzierung bei den Beitragssätzen nicht zum Tragen.

Gesetzliche Rentenversicherung

Bezieht ein Beschäftigter bereits eine Altersvollrente, besteht Rentenversicherungsfreiheit.

Hinsichtlich der Beitragsentrichtung muss allerdings die Besonderheit berücksichtigt werden, dass der Arbeitgeber bei beschäftigten Altersvollrentnern den Arbeitgeberanteil zur Gesetzlichen Rentenversicherung entrichten muss. Vom Beschäftigten selbst sind keine Rentenversicherungsbeiträge zu entrichten.

Bezieht der Beschäftigte nur eine Altersteilrente, besteht aufgrund der Beschäftigung auch weiterhin Rentenversicherungspflicht; dies gilt unabhängig vom Lebensalter des Beschäftigten/des Rentners.

Arbeitslosenversicherung

Für die Beurteilung der Versicherungspflicht in der Arbeitslosenversicherung ist es ohne Bedeutung, ob der Beschäftigte bereits eine Altersrente (Vollrente oder Teilrente) erhält. In diesem Sozialversicherungszweig besteht bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze immer Versicherungspflicht, sodass vom Beschäftigten und Arbeitgeber die Beiträge jeweils zur Hälfte getragen werden müssen.

Ab Erreichen der Regelaltersgrenze besteht Versicherungsfreiheit in der Arbeitslosenversicherung. Ab diesem Zeitpunkt muss nur noch der Arbeitgeber den Arbeitgeberanteil zur Arbeitslosenversicherung entrichten.

Wann die Regelaltersgrenze erreicht ist, ist vom Geburtsjahrgang abhängig. Die Grenze lag bislang beim vollendeten 65. Lebensjahr, wird jedoch seit dem Jahr 2012 schrittweise auf das vollendete 67. Lebensjahr angehoben. Welche Altersgrenze für welchen Geburtsjahrgang gilt, kann unter: Regelaltersrente nachgelesen werden.

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