Berechnung Krankengeld bei freiwillig versicherten Selbstständigen

Selbstständige unterliegen in der Gesetzlichen Krankenversicherung nicht der Versicherungspflicht. Dieser Personenkreis hat die Möglichkeit, den Krankenversicherungsschutz durch eine freiwillige Versicherung sicherzustellen. In diesem Versicherungsschutz kann ein Anspruch auf Krankengeld mit eingeschlossen werden.

Während bei versicherungspflichtig Beschäftigten das Krankengeld aus dem zuletzt bezogenen beitragspflichtigen Arbeitsentgelt berechnet wird, gelten bei freiwillig krankenversicherten Selbstständigen andere Berechnungsmodalitäten.

Berechnungsgrundlage

Nach den gesetzlichen Vorschriften (§ 47 Abs. 4 Satz 2 Fünftes Buch Sozialgesetzbuch – SGB V –) gilt als Regelentgelt für Versicherte, die nicht Arbeitnehmer sind, für die Berechnung des Krankengeldes der kalendertägliche Betrag, der zuletzt vor Beginn der Arbeitsunfähigkeit – für die das Krankengeld zu leisten ist – das für die Beitragsbemessung maßgebende Arbeitseinkommen. Wie auch bei den Beschäftigten, ist bei der Krankengeldberechnung bei Selbstständigen auf das Einkommen vor Beginn der Arbeitsunfähigkeit abzustellen. Die zuständige Krankenkasse berechnet daher das Krankengeld aus dem zuletzt eingereichten Steuerbescheid, anhand dessen auch die Beiträge zur freiwilligen Krankenversicherung errechnet wurden.

Das für die Krankengeldberechnung maßgebende Arbeitseinkommen ist das tatsächlich erzielte Arbeitseinkommen. Sofern das Arbeitseinkommen niedriger ist als das für die Beitragsbemessung maßgebende Mindesteinkommen, werden die Beiträge dennoch „nur“ aus dem tatsächlichen Arbeitseinkommen berechnet. Das heißt, dass in diesen Fällen ein höherer Betrag für die Beitragsbemessung herangezogen wird, als später für die Krankengeldberechnung maßgebend ist. Sofern überhaupt keine positiven Einkünfte vorliegen, scheidet ein Anspruch auf Krankengeld vollständig aus. Dies bestätigte unter anderem das Bundessozialgericht mit Urteil vom 07.12.2004 unter dem Aktenzeichen B 1 KR 17/04 R.

Maßgebendes Arbeitseinkommen

Als Arbeitseinkommen wird der entsprechend des Einkommensteuerrechts nach den allgemeinen Gewinnermittlungsvorschriften ermittelte steuerrechtliche Gewinn herangezogen. Das bedeutet, dass die Krankenkasse für die Krankengeldberechnung den steuerrechtlichen Gewinn des Steuerbescheides heranzieht, der zuletzt vor Beginn der Arbeitsunfähigkeit vorgelegen bzw. die Finanzbehörde erlassen hat.

Durch die Regelung, dass das Krankengeld aus dem zuletzt erstellten Steuerbescheid zu errechnen ist und hier der ermittelte steuerrechtliche Gewinn ausschlaggebend ist, wird bei der Zuordnung und bei der Berechnung des Arbeitseinkommens eine volle Parallelität von Einkommensteuer- und Sozialversicherungsrecht erreicht. Daher kann auch kein Krankengeld von der Gesetzlichen Krankenversicherung geleistet werden, sofern vor Beginn der Arbeitsunfähigkeit kein bzw. sogar ein negatives Arbeitseinkommen erzielt wurde.

Höhe des Krankengeldes

In der Gesetzlichen Krankenversicherung beträgt das Krankengeld 70 Prozent des Regelentgeltes. Das bedeutet, dass bei freiwillig krankenversicherten Selbstständigen das Krankengeld 70 Prozent des erzielten regelmäßigen Arbeitseinkommens beträgt. Bei dem ermittelten Krankengeld handelt es sich um das Brutto-Krankengeld.

Hiervon sind ggf. noch Beiträge – jeweils der Versichertenanteil – zur Gesetzlichen Rentenversicherung und zur Arbeitslosenversicherung in Abzug zu bringen, sofern eine Vorpflichtversicherung bestand oder eine Antragspflichtversicherung gestellt wird. Ebenfalls ist noch der Versichertenanteil des Pflegeversicherungsbeitrags abzuziehen; bei Kinderlosen muss noch der Kinderlosenzuschlag in Höhe von 0,25 Prozentpunkte im Bereich der Sozialen Pflegeversicherung in Abzug gebracht werden.

Existenzgründerzuschuss für Krankengeldberechnung irrelevant

Wird für Existenzgründer von der Agentur für Arbeit ein sogenannter Existenzgründerzuschuss gewährt, wird dieser grundsätzlich bei der Berechnung der freiwilligen Krankenversicherungsbeiträge herangezogen. Dennoch wird der Existenzgründerzuschuss nicht bei der Berechnung des Krankengeldes berücksichtigt, da dieser nicht als Arbeitseinkommen angesehen werden kann. Näheres hierzu kann unter Krankengeld bei Bezug Existenzgründerzuschuss nachgelesen werden.

Hilfe und Beratung durch Rentenberater

Registrierte Rentenberater stehen in allen Angelegenheiten im Zusammenhang mit der Leistung „Krankengeld von der Gesetzlichen Krankenversicherung“ zur Verfügung. Bei den Rentenberatern handelt es sich um Experten, die unabhängig von den Versicherungsträgern arbeiten und ausschließlich die Interessen ihrer Mandanten vertreten. Die registrierten Rentenberater führen auch Widerspruchs- und Klageverfahren (Sozial- und Landessozialgerichte) zur Durchsetzung der Leistungsansprüche durch.

Kontakt zum Rentenberater...

Weitere Artikel zum Thema:

Weitere Artikel

Rentenberatung

Haushaltshilfe (GRV)

Haushaltshilfe von der Gesetzlichen Rentenversicherung Nehmen Versicherte Leistungen zur Teilhabe oder medizinische Rehabilitationsleistungen zu Lasten der Gesetzlichen Rentenversicherung in Anspruch,...

Rentenberatung

weiterlesen

Krankengeldberechnung bei Selbstständigen

Berechnung Krankengeld bei freiwillig versicherten Selbstständigen Selbstständige unterliegen in der Gesetzlichen Krankenversicherung nicht der Versicherungspflicht. Dieser Personenkreis hat die Möglichkeit,...

Rentenberatung

weiterlesen

Krankenversicherungsfreiheit höher verdienender Arbeitnehmer

Krankenversicherungsfreiheit aufgrund hohen Einkommens Arbeitnehmer sind grundsätzlich aufgrund Ihrer Beschäftigung gegen Arbeitsentgelt in der Gesetzlichen Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung...

Rentenberatung

weiterlesen
100%
-
+
1
Show options

Rentenberater

Registrierte Rentenberater

Registrierte Rentenberater sind für ihre Kunden da Vor mehr als einem halben Jahrhundert hat sich der Berufsstand des Rentenberaters gegründet...

Rentenberater

weiterlesen

Berufsstand und Tätigkeitsprofil eines Rentenberater

Der Berufsstand des Rentenberaters Der Berufsstand des Rentenberaters etablierte sich in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts und somit erst...

Rentenberater

weiterlesen

Der Rentenberater

Der Rentenberater Rentenberater sind seit ungefähr 50 Jahren ein wichtiger Bestandteil der Rechtspflege. Das Amts- bzw. Landgericht prüft vor Zulassung...

Rentenberater

weiterlesen
100%
-
+
1
Show options

Rentenversicherung

Rente und Arbeitslosigkeit

Auswirkungen von Arbeitslosigkeit auf Rentenanwartschaften In Deutschland gibt es derzeit etwa 3,1 Millionen Arbeitnehmer, die keine Arbeitsstelle haben und auf...

Rentenversicherung

weiterlesen

Abfindung Hinterbliebenenrente bei Hochzeit

Witwen-/Witwerrenten werden abgefunden mit bis zu zwei Jahresrenten Das Rentenrecht sieht für hinterbliebene Ehegatten bzw. eingetragene Lebenspartner die Zahlung von...

Rentenversicherung

weiterlesen

Deutliche Rentenerhöhung 2012

Erwartet wird eine deutliche Rentenerhöhung zum 01.07.2012 Die Schätzungen der Deutschen Rentenversicherung, was die Rentenerhöhungen im Jahr 2012 anbelangt, können...

Rentenversicherung

weiterlesen

Keine Kürzung bei Witwenrenten

Anspruchsvoraussetzungen Witwenrenten werden nicht geändert Die Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände (kurz: BDA) hatte kürzlich gefordert, dass mit den Anspruchsvoraussetzungen der Witwenrenten...

Rentenversicherung

weiterlesen

Rentenansprüche bei Bezug Arbeitslosengeld

Rentenversicherungsbeiträge: Unterscheidung zwischen ALG I und ALG II Oftmals stellen sich Bezieher von Arbeitslosengeld die Frage, welche Rentenversicherungsbeiträge seitens der...

Rentenversicherung

weiterlesen

Krankenversicherung

Begutachtungs-Richtlinie für Mutter-Vater-Kind-Kuren beschlossen

GKV-Spitzenverband beschließt überarbeitete Begutachtungsrichtlinie Der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-Spitzenverband) hat am 07.02.2012 eine neue Richtlinie für die Begutachtung beschlossen,...

Krankenversicherung

weiterlesen

Milliardenloch durch säumige Beitragszahler

Krankenkassen fordern Ersatz für Beitragsausfälle Im April 2007 trat das GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz (GKV-WSG) in Kraft. Das unter Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD)...

Krankenversicherung

weiterlesen

Internetportal zu Individuellen Gesundheitsleistungen

Bewertung von Individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL) Die überwiegende Mehrheit der Patienten hat vom behandelnden Arzt bereits Gesundheitsleistungen angeboten bekommen, für die...

Krankenversicherung

weiterlesen

Kein Kassenbeitrag auf Pflegeleistungen

BSG-Urteil vom 21.12.2011, Az.: B 12 KR 22/09 R Nach einem aktuellen Urteil des Bundessozialgerichts (vgl. Bundessozialgericht, Az. B 12...

Krankenversicherung

weiterlesen

Krankenkasse zu Magenverkleinerung verurteilt

LSG Rheinland Pfalz vom 13.10.2011, Az. L 5 KR 12/11 Nach einem aktuellen Urteil des Landessozialgerichts (kurz: LSG) Rheinland-Pfalz, mit...

Krankenversicherung

weiterlesen

Pflegeversicherung

Eckpunkte Pflegereform 2013

Geplante Verbesserungen Pflegeleistungen 2013 Bereits im November 2011 wurde beschlossen, dass der Beitragssatz zur Sozialen Pflegeversicherung für die Zeit ab...

Pflegeversicherung

weiterlesen

Altersgerechtes Wohnen, Umbaumaßnahmen finanzieren

Als Senior kommt garantiert irgendwann jeder an den Punkt, an dem man seine Wohnung oder sein Haus nicht mehr wie...

Pflegeversicherung

weiterlesen

Beitragssatz Pflegeversicherung 2012

News image

Beitragssatz Soziale Pflegeversicherung bleibt 2012 stabil Bereits seit dem 01.07.2008 liegt der Beitragssatz in der Sozialen Pflegeversicherung bei 1,95 Prozentpunkten....

Pflegeversicherung

weiterlesen

Familienpflegezeit

Flexible Arbeitszeit nach dem Familienpflegezeitgesetz ab 2012 Schon seit Juli 2008 haben Beschäftigte die Möglichkeit, sich für die Pflege von...

Pflegeversicherung

weiterlesen

Rentenversicherungspflicht Pflegepersonen 2012

Beitragszahlungen erhöhen sich nur in alten Bundesländern Pflegepersonen, die einen Pflegebedürftigen nicht erwerbsmäßig pflegen, können in der Gesetzlichen Rentenversicherung versicherungspflichtig...

Pflegeversicherung

weiterlesen

Unfallversicherung

Mord ist kein Arbeitsunfall

Landessozialgericht verneint Anspruch auf Witwenrente Wird jemand bei einer betriebsbedingten Autofahrt ermordet und steht der Tod nicht im Zusammenhang mit...

Unfallversicherung

weiterlesen

Kein UV-Schutz für geringfügige Hilfeleistungen

Urteil Hessisches Landessozialgericht vom 28.06.2011, Az. L 3 U 134/09 Beschäftigte sind während ihrer beruflichen Tätigkeit gesetzlich unfallversichert. Ereignet sich...

Unfallversicherung

weiterlesen

Illegale Beschäftigung und UV-Schutz

Unfallversicherungsschutz trotz illegaler Beschäftigung Der 9. Senat des Hessischen Landessozialgerichtes (LSG) hat jetzt ein Urteil zur Unfallversicherung von abhängig Beschäftigten...

Unfallversicherung

weiterlesen

Unfallversicherungsschutz Kinder in Tageseinrichtungen

Bundessozialgericht vom 18.01.2011, Az. B 2 U 15/10 R In einem Urteil vom 18.01.2011 kommt das Bundessozialgericht unter dem Aktenzeichen...

Unfallversicherung

weiterlesen

Abschiedsfeier verlängert Arbeitszeit nicht

Arbeitsunfall lag nach betrieblicher Abschiedsfeier nicht vor Nimmt ein Arbeitnehmer am letzten Arbeitstag an einer vom Arbeitgeber veranstalteten Abschiedsfeier teil...

Unfallversicherung

weiterlesen