Krankenkassen sollen ohne Zusatzbeiträge nicht auskommen

Erst im Oktober 2008 hat das Bundeskabinett über die Höhe des ab 01.01.2009 einheitlichen Krankenkassenbeitragssatzes entschieden. Mit der Festsetzung des Beitragssatzes auf 15,5 Prozent sollte eigentlich genügend Geld vorhanden sein, um die gesamten Ausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung zu decken. Im Vorfeld forderten die Krankenkassen jedoch bereits einen Beitragssatz von 15,8 Prozent, da diese den durch den Gesetzgeber bestimmten Beitragssatz nicht als ausreichend einschätzen.

Zu dem Thema „Zusatzbeiträge“ hat sich nun auch der Gesundheitsökonom Jürgen Wasem zu Wort gemeldet. Gegenüber der „Rheinischen Post“ (Ausgabe vom 11.11.2008) erläuterte er, dass bereits ab Januar 2009 einige Krankenkassen Zusatzbeiträge erheben müssen. Denn mit dem festgesetzten Beitragssatz von 15,5 Prozent kann es rein rechnerisch nicht allen Krankenkassen gelingen, ohne Zusatzbeitrag auszukommen.

Hintergrund

Mit der Einführung des Gesundheitsfonds wird die Finanzierung der gesetzlichen Krankenkassen grundlegend neu geregelt. So fließen die kompletten Einnahmen vorerst in den Gesundheitsfonds, der unter dem Dach des Bundesversicherungsamtes (BVA) erreichtet wurde. Aus diesem Gesundheitsfonds werden die finanziellen Mittel über ein äußerst kompliziertes Berechnungsverfahren wieder an die Krankenkassen ausgezahlt. Erstmals in der Geschichte der Gesetzlichen Krankenversicherung bestimmen die Kassen mit der Einführung des Gesundheitsfonds nicht mehr selbst über die Höhe des Beitragssatzes.

Regionen mit teuerer Gesundheitsversorgung

Nach Einschätzung von Jürgen Wasem kommen regionale Krankenkassen in Bedrängnis, wenn dort die Gesundheitsversorgung relativ teuer ist. Als Beispiel nannte der Gesundheitsökonom Berlin. In Berlin liegen von den Krankenhäusern die Fallpauschalen 15 Prozent über dem Bundesdurchschnitt.

Auch der Spitzenverband der Krankenkassen hatte, nachdem der Beitragssatz gesetzlich auf 15,5 Prozent festgesetzt wurde, berechnet, dass einige Krankenkassen im neuen Jahr nicht ohne Zusatzbeiträge auskommen werden. Im Durchschnitt wurde ein monatlicher Zusatzbeitrag von 4,30 € berechnet.

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