Krankenkassenbeitrag wird auf Rekordhoch steigen

Zum 01.01.2009 wird der Gesundheitsfonds eingeführt, mit dem erstmalig in der Geschichte der Gesetzlichen Krankenversicherung ein für alle Krankenkassen einheitlicher Beitragssatz festgelegt wird. Dass die Festlegung des einheitlichen Beitragssatzes mit enormen Schwierigkeiten verbunden ist, hat sich am Donnerstagabend, 02.10.2008 gezeigt: Der Schätzerkreis ist zu keinem einheitlichen Ergebnis gekommen. Die Sitzung endete, nach Berichten der Deutschen Presseagentur, in einem Eklat.

Mindestens 15,5 Prozent

Das Bundesgesundheitsministerium und das Bundesversicherungsamt haben einen Beitragssatz von 15,5 Prozent vorgeschlagen. Diesem Beitragssatz konnte jedoch der Spitzenverband der Krankenkassen nicht zustimmen und forderte eine Beitragssatzanhebung auf 15,8 Prozent.

Da ein einvernehmliches Schätzergebnis nicht zustande gekommen ist, muss nun die Bundesregierung über den künftigen Beitragssatz entscheiden. Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt will bereits am Wochenende einen Entwurf einer Rechtsverordnung auf den Weg bringen und nun den neuen Beitragssatz mit 15,5 Prozent vorschlagen. Die Spitzen der Koalition wollen bereits am kommenden Sonntag, 05.10.2008 bei Bundeskanzlerin Angela Merkel über die Kassenbeiträge ab 2009 beraten. Das Kabinett entscheidet letztendlich in einem Beschluss, wie hoch der Beitragssatz definitiv sein wird, mit dem der Gesundheitsfonds startet.

Fast jeder zahlt höhere Kassenbeiträge

Egal, ob der Beitragssatz im neuen Jahr 15,5 Prozent oder sogar noch höher ausfallen wird. Fast jeder gesetzlich Krankenversicherte muss mit deutlich steigenden Beiträgen rechnen. Wird der Beitragssatz auf 15,5 Prozent festgelegt, sind von der Beitragssteigerung 92 Prozent betroffen. Wird der Beitragssatz noch höher ausfallen, macht sich die Beitragsanhebung bei einem noch höheren Anteil der GKV-Versicherten bemerkbar.

Der Sonderbeitrag in Höhe von 0,9 Prozentpunkte ist in dem errechneten und geschätzten Beitragssatz von mindestens 15,5 Prozent bereits enthalten.

Aktuell liegt der durchschnittliche Beitragssatz aller gesetzlichen Krankenkassen bei 14,92 Prozentpunkten.

Ursachen der Beitragssteigerung

Ursächlich für die Beitragssteigerung ab 2009 dürfte die Anhebung der Arzthonorare im ambulanten Bereich und höhere Krankenhaus- und Arzneimittelausgaben sein. Auch die Einführung der Gesundheitskarte soll mit mehreren hundert Millionen Euro zu Buche schlagen. Doch Kritiker geben der nur unzureichenden Reformbemühungen der Bundesregierung eine (Teil-)Schuld. So hätte das Gesundheitswesen mutiger reformiert werden müssen.

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