Laut Bundesversicherungsamt steigen 2009 Kassenbeiträge deutlich

Zum 01.01.2009 wird der Gesundheitsfonds eingeführt, mit dem ein einheitlicher Beitragssatz für alle gesetzlichen Krankenkassen gelten wird. Dieser Beitragssatz soll bis zum 01.11.2008 durch den Gesetzgeber bekannt gegeben werden. Das Bundesversicherungsamt rechnet mit der grundlegenden Neuordnung der Krankenkassenfinanzierung damit, dass es zu einer deutlichen Beitragssteigerung kommen wird. Dadurch müssen sich die Beitragszahler auf merkliche Mehrbelastungen einstellen.

Gesundheitsfonds wird eingeführt

Nach wie vor ist der Gesundheitsfonds heftig umstritten. Dennoch geht das Bundesversicherungsamt fest davon aus, das der Fonds eingeführt wird. So hat diese Woche der Präsident des Bundesversicherungsamtes (BVA), Herr Josef Hecken in einem Interview dem General-Anzeiger mitgeteilt, dass der Gesundheitsfonds nicht mehr zu stoppen ist. Auch wenn es aus dem Lager der Politik noch bis zum 01. Januar 2009 Forderungen geben wird, den Gesundheitsfonds zu verschieben oder gar zu stoppen, werden diese keine Resonanz mehr finden.

Bis zur letzten Septemberwoche muss der Schätzerkreis einen Vorschlag erarbeiten, wie hoch der einheitliche Beitragssatz ab dem kommenden Jahr sein wird bzw. muss. Dies ist keine Aufgabe, die leichtfertig hingenommen wird. Denn schließlich geht es hier um die Umverteilung von 150 Milliarden Euro.

Morbiditätsorientierter Risikostrukturausgleich

Das Bundesversicherungsamt muss bis Ende September 2008 über drei Milliarden Datensätze auswerten, die zur Berechnung des einheitlichen Beitragssatzes erforderlich sind. Eine Herausforderung stellt dabei der morbiditätsorientierte Risikostrukturausgleich (kurz: Morbi-RSA) dar, wonach die Krankenkassen für 80 bereits festgelegte Krankheitsbilder einen Zuschlag bei den zugewiesenen Beitragseinnahmen erhalten werden. Zum Problem könnten, so Josef Hecken, die so genannten Grenzfälle werden. Hier geht es um die Versicherten, bei denen unklar ist, ob diese an einer der 80 Krankheiten leiden, für die der versichernden Krankenkasse ein Zuschlag gezahlt werden muss. Dafür hat das BVA bereits Maßnahmen ergriffen, damit Krankenkassen nicht gesunde Versicherte zu kranken Versicherten umdeklarieren können. Denn das ist, so der BVA-Präsident, Betrug und Abzocke.

Disease-Management-Programme effizienter

Nach Ansicht von Josef Hecken können die Krankenkassen die Disease-Management-Programme effizienter gestalten und umsetzen. Disease-Management-Programme (DMP) sind Programme, die Krankenkassen ihren chronisch Kranken anbieten, damit diese ihre Krankheit gezielt und strukturiert behandeln lassen. So gibt es die DMP-Programme bzw. strukturierten Behandlungsprogramme zum Beispiel für die Erkrankungen „Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2“, „Brustkrebs“, „Asthma“ und „Koronare Herzkrankheit“.

Die inhaltlichen Anforderungen an die DMP-Programme müssen nach Ansicht von Herrn Hecken inhaltlich massiv verschärft werden mit dem Ziel, dass in allen Fällen auch die Ergebnisse überprüfbar werden.

Gesundheit kostet

Josef Hecken, der seit Mai 2008 Präsident des Bundesversicherungsamtes ist, merkte an, dass Gesundheit kostet und auch ohne den kommenden Gesundheitsfonds nicht billiger wird. Dass die Kassenbeiträge steigen werden, ist nicht ausschließlich die Ursache des Gesundheitsfonds. Denn die steigenden Ausgaben für die ärztliche Vergütung (die Arzthonorare werden ab dem Jahr 2009 um 2,7 Milliarden Euro erhöht) und im Bereich der Krankenhäuser und Arzneimittel bringen höhere finanzielle Belastungen mit sich, die nicht auf den Gesundheitsfonds zurückzuführen sind.

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