Höhe des Krankengeldes von der Gesetzlichen Krankenversicherung

Eine wichtige Leistung der Gesetzlichen Krankenversicherung ist das Krankengeld. Durch diese Leistung sind Versicherte im Falle einer Krankheit finanziell abgesichert und der Lebensstandard kann erhalten werden. Doch das Krankengeld ersetzt ein entgangenes Entgelt nicht im vollen Umfang. Lesen Sie hier, in welcher Höhe die Entgeltersatzleistung geleistet und berechnet wird.

Berechnung des Krankengeldes

Das Krankengeld wird aus dem so genannten Regellohn berechnet. Dieser wiederum wird aus dem regelmäßig erzielten Arbeitsentgelt oder Arbeitseinkommen, soweit es der Beitragsberechnung unterliegt, ermittelt. Das bedeutet, dass die Leistung nur aus Entgeltbestandteilen geleistet wird, für die auch Beiträge zur Krankenversicherung abgeführt werden. Bestandteile des Arbeitsentgelts oder Arbeitseinkommens, die nicht der Beitragsberechnung unterliegen, werden bei der Berechnung der Leistungshöhe nicht herangezogen.

Als Bemessungszeitraum wird grundsätzlich der letzte abgerechnete Entgeltabrechnungszeitraum vor Beginn der Arbeitsunfähigkeit herangezogen, der jedoch im Regelfall grundsätzlich mindestens vier Wochen umfassen muss.

Je nachdem, ob das Arbeitsentgelt

  • nach Stunden bemessen ist,
  • auf der Basis eines Festlohnes bzw. Festgehaltes gezahlt wird oder
  • weder nach Stunden oder nach einem Festlohn/Festgehalt gezahlt wird (z. B. Akkordlöhner)

wird das Regelentgelt nach unterschiedlichen Formeln berechnet.

Höhe des Krankengeldes

Das ermittelte Regelentgelt darf eine bestimmte Höchstgrenze – das Höchstregelentgelt – nicht überschreiten. Dieses beträgt im Jahr 2008 120,00 € täglich. Liegt das berechnete Regelentgelt über diesen Betrag, wird es entsprechend gekürzt.

Wurde das Regelentgelt ermittelt, wird daraus das Brutto-Krankengeld ermittelt. Das Krankengeld beträgt grundsätzlich 70 Prozent des Regelentgelts. Hierbei werden auch beitragspflichtige Einmalzahlungen (z. B. Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld) berücksichtigt, die in den letzten zwölf Monaten bezogen wurden.

Begrenzung auf 90 Prozent des Netto-Arbeitsentgelts

Eine weitere Begrenzung des Brutto-Krankengeldes wird bei einem Vergleich mit 90 Prozent des Netto-Arbeitsentgelts erfolgen. Sind 90 Prozent des Netto-Arbeitsentgelts niedriger als 70 Prozent des Regelentgelts, erfolgt eine Kürzung auf diesen Wert.

Auch bei der Berechnung des Netto-Entgeltes werden Einmalzahlungen der letzten zwölf Monate berücksichtigt und können sich nochmals erhöhend auf das Krankengeld auswirken; es darf jedoch das zuletzt bezogene Netto-Arbeitsentgelt (100 Prozent) durch die Berücksichtigung der Einmalzahlungen nicht überschritten werden!

Höhe des Krankengeldes bei Arbeitslosen

Bezieher von Arbeitslosengeld (nur Arbeitslosengeld I, nicht Arbeitslosengeld II) erhalten das Krankengeld in Höhe des Arbeitslosengeldes, das zuletzt vor Beginn der Arbeitsunfähigkeit bezogen wurde.

Höhe des Krankengeldes bei Selbstständigen

Für Selbstständige, die in der Gesetzlichen Krankenversicherung mit Anspruch auf Krankengeld versichert sind, wird das Regelentgelt nach dem zuletzt bezogenen Arbeitseinkommen berechnet, soweit auf dieses Beiträge entrichtet wurden. Das Krankengeld beträgt dann 70 Prozent des Regelentgelts.

Beiträge aus dem Krankengeld

Aus dem Krankengeld selbst sind keine Beiträge zur Gesetzlichen Krankenversicherung zu zahlen. Jedoch sind von Arbeitnehmern grundsätzlich noch Beiträge zur Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung zu entrichten. Die Krankenkasse berechnet diese Beiträge, indem der jeweilige halbe Beitragssatz vom errechneten Brutto-Krankengeld abgezogen wird. Dies sind (Werte ab Juli 2008):

  • 0,975 Prozent in der Pflegeversicherung (ggf. ein zusätzlicher Kinderlosenzuschlag in Höhe von 0,25 Prozent),
  • 9,95 Prozent in der Rentenversicherung und
  • 1,65 Prozent in der Arbeitslosenversicherung.

Die andere Hälfte der Beiträge (der Gesamtbeitrag zu den einzelnen Sozialversicherungszweigen wird anhand des Regelentgeltes durch Multiplikation mit dem jeweiligen Beitragssatz berechnet) trägt die zuständige Krankenkasse und führt die Beiträge entsprechend ab. Somit bleibt der Versicherungsschutz während des Krankengeldbezuges erhalten bzw. werden hierdurch weiterhin Anwartschaften in der Rentenversicherung aufgebaut, die die spätere Rentenzahlung erhöhen.

Bei Selbstständigen bzw. freiwillig Versicherten ergibt sich die Beitragstragung nach den individuellen Verhältnissen. Hier ist also relevant, ob z. B. eine Versicherungspflicht in der Gesetzlichen Rentenversicherung besteht oder nicht.

Wird das Krankengeld in Höhe des Arbeitslosengeldes getragen, übernimmt die Krankenkasse die Beiträge hierfür. Eine Beitragszahlung durch den Versicherten erfolgt in diesem Fall nicht.

Beratung durch Rentenberater

Eine von den Krankenkassen unabhängige Beratung erhalten Sie von gerichtlich zugelassenen Rentenberatern. Die Experten beraten Sie und helfen nicht nur in allen Angelegenheiten im Zusammenhang mit der Leistung „Krankengeld“, sondern auch in allen anderen Bereichen der GKV kompetent weiter. Ebenfalls können die Rentenberater und Prozessagenten Sie auch in Widerspruchs- und Klageverfahren (Sozial- und Landessozialgerichte) kompetent zur Durchsetzung Ihrer Leistungsansprüche vertreten.

Fragen Sie den Rentenberater und Krankenkassenbetriebswirt Helmut Göpfert.

Weitere Artikel

Rentenberatung

Rentenbeginn

Beginn von Renten der Gesetzlichen Rentenversicherung Besteht ein Anspruch auf eine Rente der Gesetzlichen Rentenversicherung, muss seitens des Rentenversicherungsträgers geprüft...

Rentenberatung

weiterlesen

Arbeitsmarktrente

Arbeitsmarktrente, die besondere volle Erwerbsminderungsrente Die Arbeitsmarktrente ist eine besondere Rente, welche von der Gesetzlichen Rentenversicherung im Falle einer Erwerbsminderung...

Rentenberatung

weiterlesen

Reisekosten (GRV)

Fahrkosten/Transportkosten von der Gesetzlichen Rentenversicherung Nimmt ein Versicherter zu Lasten der Gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) eine medizinische Rehabilitationsbehandlung oder eine Leistung...

Rentenberatung

weiterlesen
100%
-
+
1
Show options

Rentenberater

Registrierte Rentenberater

Registrierte Rentenberater sind für ihre Kunden da Vor mehr als einem halben Jahrhundert hat sich der Berufsstand des Rentenberaters gegründet...

Rentenberater

weiterlesen

Berufsstand und Tätigkeitsprofil eines Rentenberater

Der Berufsstand des Rentenberaters Der Berufsstand des Rentenberaters etablierte sich in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts und somit erst...

Rentenberater

weiterlesen

Der Rentenberater

Der Rentenberater Rentenberater sind seit ungefähr 50 Jahren ein wichtiger Bestandteil der Rechtspflege. Das Amts- bzw. Landgericht prüft vor Zulassung...

Rentenberater

weiterlesen
100%
-
+
1
Show options

Rentenversicherung

Rentenversicherungspflicht von selbstständigen Logopäden

Versicherungspflicht kann ab 01.04.2012 bestehen In der Gesetzlichen Rentenversicherung unterliegen auch Selbstständige teilweise der Versicherungspflicht. So werden nach § 2...

Rentenversicherung

weiterlesen

Seniorenstudium keine Anrechnungszeit

Seniorenstudium wird nicht als rentenrechtliche Anrechnungszeit gewertet Bei der Berechnung einer Rente werden in erster Linie die Beitragszeiten gewertet. Das...

Rentenversicherung

weiterlesen

Jahresmeldungen 2011 prüfen

Jahresmeldung für Rentenkonto wichtig! Spätestens bis zum 30.04.2012 müssen die Arbeitgeber die Jahresmeldung für das Jahr 2011 abgeben. Die Meldung...

Rentenversicherung

weiterlesen

Handwerker-Pflichtversicherung soll abgeschafft werden

Bald keine Rentenversicherungspflicht selbstständiger Handwerker mehr Selbstständige Handwerker sind nach der aktuellen Gesetzeslage in der Gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert. Konkret bedeutet...

Rentenversicherung

weiterlesen

Rentenerhöhung 2012

Kräftige Rentenerhöhung zum 01.07.2012 Die mehr als 20 Millionen Rentenbezieher dürfen sich auf eine kräftige Rentenerhöhung zum 01.07.2012 freuen. Die...

Rentenversicherung

weiterlesen

Krankenversicherung

Keine Spitzenmedizin um jeden Preis

Keine Kostenübernahme spezieller Krebsdiagnostik im Ausland Die Gesetzliche Krankenversicherung muss nicht für die Diagnostik und Krankenbehandlung aufkommen, die der Spitzenmedizin...

Krankenversicherung

weiterlesen

Freiwilliger Wehrdienst und die Sozialversicherung

Sozialversicherungsrechtliche Auswirkung des freiwilligen Wehrdienstes Zum 01.07.2011 wurde der Bundesfreiwilligendienst eingeführt. Zeitgleich wurde die bis dahin bestehende Wehrpflicht ausgesetzt. Der...

Krankenversicherung

weiterlesen

Fettabsaugung nicht auf Kassenkosten

Liposuktion darf Krankenkasse nicht übernehmen Bei einer Fettabsaugung, einer sogenannten Liposuktion, handelt es sich um eine neue Untersuchungs- und Behandlungsmethode....

Krankenversicherung

weiterlesen

Nationaler Krebsplan macht Fortschritte

Bekämpfung der Krankheit Krebs Mit über 218.000 Todesfällen pro Jahr ist Krebs die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. Jahr für Jahr...

Krankenversicherung

weiterlesen

Arbeitsunfähig auch bei Besuch des Fitnessstudios

Landesarbeitsgericht Köln vom 02.11.2011, S 9 SA 1581/10 Arbeitnehmer haben im Falle einer Arbeitsunfähigkeit gegenüber dem Arbeitgeber einen Entgeltfortzahlungsanspruch für...

Krankenversicherung

weiterlesen

Pflegeversicherung

Eckpunkte Pflegereform 2013

Geplante Verbesserungen Pflegeleistungen 2013 Bereits im November 2011 wurde beschlossen, dass der Beitragssatz zur Sozialen Pflegeversicherung für die Zeit ab...

Pflegeversicherung

weiterlesen

Altersgerechtes Wohnen, Umbaumaßnahmen finanzieren

Als Senior kommt garantiert irgendwann jeder an den Punkt, an dem man seine Wohnung oder sein Haus nicht mehr wie...

Pflegeversicherung

weiterlesen

Beitragssatz Pflegeversicherung 2012

News image

Beitragssatz Soziale Pflegeversicherung bleibt 2012 stabil Bereits seit dem 01.07.2008 liegt der Beitragssatz in der Sozialen Pflegeversicherung bei 1,95 Prozentpunkten....

Pflegeversicherung

weiterlesen

Familienpflegezeit

Flexible Arbeitszeit nach dem Familienpflegezeitgesetz ab 2012 Schon seit Juli 2008 haben Beschäftigte die Möglichkeit, sich für die Pflege von...

Pflegeversicherung

weiterlesen

Rentenversicherungspflicht Pflegepersonen 2012

Beitragszahlungen erhöhen sich nur in alten Bundesländern Pflegepersonen, die einen Pflegebedürftigen nicht erwerbsmäßig pflegen, können in der Gesetzlichen Rentenversicherung versicherungspflichtig...

Pflegeversicherung

weiterlesen

Unfallversicherung

Entfernung gefährdender Gegenstand von Autobahn ist unfallversichert

Bundessozialgericht vom 27.03.2012, Az. B 2 U 7/11 R Unter dem gesetzlichen Unfallversicherungsschutz stehen nicht nur Arbeitnehmer während ihrer beruflichen...

Unfallversicherung

weiterlesen

Beinahe-Unfall kann Arbeitsunfall sein

Beinahe-Unfall kann grundsätzlich gesetzlicher Arbeitsunfall sein In seinen Urteilen vom 29.11.2011 (Az. B 2 U 10/11 R und B 2...

Unfallversicherung

weiterlesen

Pause war ohne gesetzlichen Unfallversicherungsschutz

Urteil Bayerisches Landessozialgericht vom 25.10.2011, Az. L 3 U 52/11 Mit Urteil vom 25.10.2011 entschied das Bayerische Landessozialgericht über die...

Unfallversicherung

weiterlesen

Mord ist kein Arbeitsunfall

Landessozialgericht verneint Anspruch auf Witwenrente Wird jemand bei einer betriebsbedingten Autofahrt ermordet und steht der Tod nicht im Zusammenhang mit...

Unfallversicherung

weiterlesen

Kein UV-Schutz für geringfügige Hilfeleistungen

Urteil Hessisches Landessozialgericht vom 28.06.2011, Az. L 3 U 134/09 Beschäftigte sind während ihrer beruflichen Tätigkeit gesetzlich unfallversichert. Ereignet sich...

Unfallversicherung

weiterlesen