Vorsorgeuntersuchung U7a wird von Kinderärzten kritisiert

Der Gemeinsame Bundesausschuss hat am 15.05.2008 entschieden, dass die Vorsorgeuntersuchungen für Kinder ausgeweitet werden. So besteht in Zukunft ein Anspruch auf die neue Kindervorsorgeuntersuchung U7a. Rentenberatung-aktuell.de berichtete hierüber: Kindervorsorgeuntersuchungen werden ausgeweitet.

Ziel muss primäre Prävention sein

Auch wenn die Ausweitung des Leistungskatalogs der Gesetzlichen Krankenversicherung beschlossen wurde und für Kinder eine zusätzliche Vorsorgeuntersuchung in Anspruch genommen werden kann, hagelte es Kritik. Allen voran äußerte der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVJK) seinen Unmut vor allem an der inhaltlichen Ausgestaltung der U7a. Der BVJK und auch der Berufsverband der Augenärzte (BVA) hatten im Vorfeld gefordert, in der neuen Vorsorgeuntersuchung auch die Früherkennung von Sehstörungen zu berücksichtigen. Diese wird jedoch – auch entgegen der Aussagen des Gemeinsamen Bundesausschusses – nicht durchgeführt. Damit entspricht die inhaltliche Ausgestaltung nicht den Erfordernissen der heutigen Zeit.

Ziel muss es sein, die Krankheitsentstehung zu verhindern. Derzeit haben die Früherkennungsmaßnahmen nur das frühestmögliche Erkennen von schon vorhandenen Erkrankungen zum Inhalt. Es muss also ein Wandel von der sekundären Prävention hin zur primären Prävention erfolgen, so der BVJK-Präsident Dr. Wolfram Hartmann.

Nur Billigversion

Dr. Hartmann bezeichnete die beschlossene zusätzliche Kindervorsorgeuntersuchung als „Billigversion“. Der BVKJ forderte den Gemeinsamen Bundesausschuss auf, die Kindervorsorgeuntersuchungen komplett zu überarbeiten und keine „Augenwischerei“ zu betreiben, indem lediglich eine neue Untersuchung für dreijährige Kinder eingeführt wird.

Der Vorschlag seitens des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte ist jedoch teuerer und aufwändiger, weshalb er die aktuellen Vorsorgeuntersuchungen als Billigversion bezeichnete.

Weiterbildung im Fachgebiet Kinder- und Jugendmedizin

Offensiv fordert der BVJK den Gemeinsamen Bundesausschuss auf, ein überarbeitetes Kindervorsorgeprogramm auszuarbeiten. Hierbei muss auch ein Schwerpunkt in der Weiterbildung der Ärzte im Fachgebiet der Kinder- und Jugendmedizin liegen. Ein entsprechender Nachweis ist von den Ärzten zu fordern, da die unterschiedlichen Entwicklungen bei den Kindern ein breites Spektrum und fundierte Kenntnisse abverlangen.

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