Krankenkassen fehlen zehn Milliarden Euro

Berichten der Bild-Zeitung zufolge fehlen den Krankenkassen fast zehn Milliarden Euro. Sie haben keine Rückstellungen für ihre Angestellten, die sich in einem beamtenähnlichen Dienstverhältnis befinden gebildet.

Den Informationen nach sind davon in erster Linie die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOKen) betroffen. Fast alle anderen Krankenkassen haben Angestellte, die in der gesetzlichen Rentenversicherung versichert sind. Das ganze Dilemma wurde öffentlich, weil sich jetzt Bund, Länder und Krankenkassen darüber auseinandersetzen, wie der für das Jahr 2009 zu bildende Gesundheitsfonds mit ausgeglichenen Bilanzen starten kann. Wenn der Gesundheitsfonds eingeführt wird, wollen die Länder nicht mehr für die Krankenkassen haften. Und auch die Kassen, die entsprechend Vorsorge betrieben haben, wollen nicht mit den Altlasten der Kassen, die das nicht getan haben, belastet werden.

Forderungen, den Gesundheitsfonds zu stoppen

Der Streit geht so weit, dass Gegner des Gesundheitsfonds bereits der Meinung sind, dass die Einführung des geplanten Gesundheitsfonds unbedingt gestoppt werden sollte. Auch der Bundestag wird sich mit diesem Thema erneut beschäftigen müssen. Das Gesundheitsministerium hat den Bericht der Bild-Zeitung nicht direkt bestätigt, jedoch in diesem Zusammenhang verlauten lassen, dass die Insolvenzregelung für Krankenkassen nach der Einführung des Gesundheitsfonds in Arbeit sei.

Angeblich werden die aktuellen und auch die zukünftigen Pensionsverpflichtungen aus den Beitragseinnahmen finanziert. Dennoch wird der Streit darüber nicht beigelegt werden können, da auch die finanziell gesunden Krankenkassen nicht bereit sind, für angeschlagene Krankenkassen, wie die AOK, die aufgrund der Struktur der bei ihr Versicherten Personen schon immer ein Problemfall war, aufzukommen.

Gleiche Beiträge bei allen Kassen

Mit Einführung des Gesundheitsfonds zum Januar 2009 ist vorgesehen, dass alle Beitragszahler der gesetzlichen Krankenversicherung den gleichen Beitrag zahlen. Damit gelten dann, wie auch in der Rentenversicherung, gleiche Beitragssätze für alle in der GKV Versicherten. Aus dem Fonds erhält jede Krankenkasse für jeden Versicherten dann eine pauschalisierte Zuweisung sowie entsprechende Zuschläge oder Abschläge in Abhängigkeit von Alter, Geschlecht und Gesundheitszustand ihrer Versicherten. Mithilfe eines sogenannten Risikostrukturausgleichs sollen kostenintensive und chronische Krankheiten Berücksichtigung finden.

Nach wie vor ist die Einführung des Gesundheitsfonds, ein Ergebnis der Gesundheitsreform, umstritten und die gesetzlich Versicherten befürchten nicht zu Unrecht, dass die Beiträge für alle weiter steigen werden, was ja die ersten Krankenkassen gleich zu Beginn des neuen Jahres auch angekündigt haben.

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