• Summierung ungewöhnlicher Leistungseinschränkungen

  • Schwere spezifische Leistungsbehinderung

Grundsätzliches

Nach der Rechtsprechung des Bundessozialgerichts (BSG, Beschluss Großer Senat vom 19.12.1996 – GS 1/95) kann eine Rente wegen Erwerbsunfähigkeit dann abgelehnt werden, wenn der Versicherte vollschichtig (d. h. mindestens sechs Stunden täglich) noch zu körperlich leichten ungelernten Arbeiten in der Lage ist, ohne dass die Rentenkasse oder im Rechtsstreit das Sozialgericht bzw. Landessozialgericht eine bestimmte Berufstätigkeit nennen muss, die noch ausgeübt werden kann.

Renten wegen teilweiser Erwerbsminderung bei Berufsunfähigkeit können an Versicherte geleistet werden, die vor dem 02.01.1961 geboren sind. Hier besteht noch der sogenannte „Berufsschutz“. Bei diesen Renten sind nach der ständigen Rechtsprechung des BSG keine Verweisungsberufe zu nennen, wenn der Versicherte auf ungelernte Arbeiten verwiesen werden darf. Dies ist bei ungelernten und angelernten Versicherten der Fall.

 

Verweisungsberuf ist zu nennen

 

Jedoch muss in Ausnahmefällen eine Verweisungstätigkeit genannt werden. Dies ist bei einer „Summierung ungewöhnlicher Leistungseinschränkungen“ oder einer „schweren spezifischen Leistungsbehinderung“ der Fall. Durch die Benennung eines Verweisungsberufes muss die Möglichkeit einer Prüfung bestehen, ob trotz dieser besonderen Leistungshindernisse noch eine Erwerbstätigkeit möglich ist.

 

Nennung Verweisungsberuf ist nicht generell erforderlich

 

Der Große Senat des Bundessozialgerichts musste darüber hinaus die Frage beantworten, ob wegen neuerer Entwicklungen in der Arbeitswelt bei Versicherten, die vollschichtig körperlich leichte Arbeiten nur mit gewissen Einschränkungen verrichten können, künftig immer eine konkrete Verweisungstätigkeit zu benennen sei, auch wenn weder eine „Summierung ungewöhnlicher Leistungseinschränkungen“ noch eine „schwere spezifische Leistungsbehinderung“ vorliegt.

 

Das BSG hat entschieden, dass für die Beurteilung der Erwerbs- bzw. Berufsunfähigkeit die konkrete Benennung von Verweisungstätigkeiten auch dann nicht erforderlich ist, wenn der Versicherte körperlich leichte Tätigkeiten vollschichtig nur mit weiteren Einschränkungen verrichten kann. Die konkrete Bezeichnung von Verweisungstätigkeiten ist nur dann erforderlich, wenn eine „Summierung ungewöhnlicher Leistungseinschränkungen“ oder eine „schwere spezifische Leistungsbehinderung“vorliegt.

 

Begründung des BSG

 

Diesbezüglich führt der Große Senat des BSG aus, dass es Ziel des Gesetzgebers gewesen sei, an dem Grundsatz der pauschalen Verweisung festzuhalten. Es bestehe kein Grund, bei Versicherten, die zu vollschichtig körperlich leichten Arbeiten nur mit Einschränkungen in der Lage seien, generell einen konkreten Vergleich der Leistungsfähigkeit mit dem Anforderungsprofil einer bestimmten Verweisungstätigkeit zu fordern. Es genüge, dass es zu einem derartigen Vergleich komme, wenn eine „Summierung ungewöhnlicher Leistungsbeschränkungen“ oder eine „spezifische Leistungsbehinderung“ vorliege.

 

Vernünftige Handhabung der Begriffe

 

Eine vernünftige Handhabung dieser weiten Begriffe sichere, dass immer dann, wenn ernsthafte Zweifel bestehen, ob der Versicherte in einem Betrieb einsetzbar ist oder wenn ein Fall des Verschlossenheitskatalogs vorliegen könnte, die konkrete Bezeichnung einer Verweisungstätigkeit erfolgen müsse.

 

Beratung, Hilfe und Service Ihrer Rentenberatung Helmut Göpfert

 

Das Thema „Erwerbsminderungsrente“ ist alleine schon deshalb extrem wichtig, da hiervon meist die finanzielle Existenz abhängt. Hier ist es entscheidend, eine kompetente Beratung zu erhalten, da das Fachwissen des Rentenspezialisten in diesem Bereich immens wichtig ist.

Die Rentenberatung Helmut Göpfert hilft und berät Sie umfassend in allen Angelegenheiten einer Erwerbsminderungsrente – unabhängig von den Rentenversicherungsträgern. Als Beispiele sind hier zu nennen:

  • Beratung hinsichtlich des Anspruchs auf Erwerbsminderungsrente,
  • Antragstellung,
  • Durchführung von Widerspruchs- und ggf. Klageverfahren,
  • Überprüfung der Festsetzung des Beginns der Rente,
  • Überprüfung der Rentenberechnung (Höhe der Rente),
  • u. s. w.

Für alle Fragen zu den Renten wegen Erwerbsminderung und zu allen Angelegenheit der Gesetzlichen Rentenversicherung steht Ihnen Ihr Rentenberater Helmut Göpfert gerne zur Verfügung – Anruf genügt!

Weitere Artikel

Rentenberatung

Krankengeldberechnung bei Selbstständigen

Berechnung Krankengeld bei freiwillig versicherten Selbstständigen Selbstständige unterliegen in der Gesetzlichen Krankenversicherung nicht der Versicherungspflicht. Dieser Personenkreis hat die Möglichkeit,...

Rentenberatung

weiterlesen

Krankenversicherungsfreiheit höher verdienender Arbeitnehmer

Krankenversicherungsfreiheit aufgrund hohen Einkommens Arbeitnehmer sind grundsätzlich aufgrund Ihrer Beschäftigung gegen Arbeitsentgelt in der Gesetzlichen Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung...

Rentenberatung

weiterlesen

Beitragsberechnung bei mehrfachbeschäftigten Arbeitnehmern

Änderungen in der Beitragsberechnung ab Januar 2012 Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte müssen die Beiträge maximal aus einem Arbeitsentgelt in Höhe der Beitragsbemessungsgrenze...

Rentenberatung

weiterlesen
100%
-
+
1
Show options

Rentenberater

Registrierte Rentenberater

Registrierte Rentenberater sind für ihre Kunden da Vor mehr als einem halben Jahrhundert hat sich der Berufsstand des Rentenberaters gegründet...

Rentenberater

weiterlesen

Berufsstand und Tätigkeitsprofil eines Rentenberater

Der Berufsstand des Rentenberaters Der Berufsstand des Rentenberaters etablierte sich in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts und somit erst...

Rentenberater

weiterlesen

Der Rentenberater

Der Rentenberater Rentenberater sind seit ungefähr 50 Jahren ein wichtiger Bestandteil der Rechtspflege. Das Amts- bzw. Landgericht prüft vor Zulassung...

Rentenberater

weiterlesen
100%
-
+
1
Show options

Rentenversicherung

Abfindung Hinterbliebenenrente bei Hochzeit

Witwen-/Witwerrenten werden abgefunden mit bis zu zwei Jahresrenten Das Rentenrecht sieht für hinterbliebene Ehegatten bzw. eingetragene Lebenspartner die Zahlung von...

Rentenversicherung

weiterlesen

Deutliche Rentenerhöhung 2012

Erwartet wird eine deutliche Rentenerhöhung zum 01.07.2012 Die Schätzungen der Deutschen Rentenversicherung, was die Rentenerhöhungen im Jahr 2012 anbelangt, können...

Rentenversicherung

weiterlesen

Keine Kürzung bei Witwenrenten

Anspruchsvoraussetzungen Witwenrenten werden nicht geändert Die Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände (kurz: BDA) hatte kürzlich gefordert, dass mit den Anspruchsvoraussetzungen der Witwenrenten...

Rentenversicherung

weiterlesen

Rentenansprüche bei Bezug Arbeitslosengeld

Rentenversicherungsbeiträge: Unterscheidung zwischen ALG I und ALG II Oftmals stellen sich Bezieher von Arbeitslosengeld die Frage, welche Rentenversicherungsbeiträge seitens der...

Rentenversicherung

weiterlesen

17tägige Ehe schließt Witwenrente aus

Versorgungsehe konnte durch Klägerin nicht widerlegt werden Das Leistungsrecht der Gesetzlichen Rentenversicherung sieht vor, dass Versicherte einen Anspruch auf eine...

Rentenversicherung

weiterlesen

Krankenversicherung

Begutachtungs-Richtlinie für Mutter-Vater-Kind-Kuren beschlossen

GKV-Spitzenverband beschließt überarbeitete Begutachtungsrichtlinie Der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-Spitzenverband) hat am 07.02.2012 eine neue Richtlinie für die Begutachtung beschlossen,...

Krankenversicherung

weiterlesen

Milliardenloch durch säumige Beitragszahler

Krankenkassen fordern Ersatz für Beitragsausfälle Im April 2007 trat das GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz (GKV-WSG) in Kraft. Das unter Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD)...

Krankenversicherung

weiterlesen

Internetportal zu Individuellen Gesundheitsleistungen

Bewertung von Individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL) Die überwiegende Mehrheit der Patienten hat vom behandelnden Arzt bereits Gesundheitsleistungen angeboten bekommen, für die...

Krankenversicherung

weiterlesen

Kein Kassenbeitrag auf Pflegeleistungen

BSG-Urteil vom 21.12.2011, Az.: B 12 KR 22/09 R Nach einem aktuellen Urteil des Bundessozialgerichts (vgl. Bundessozialgericht, Az. B 12...

Krankenversicherung

weiterlesen

Krankenkasse zu Magenverkleinerung verurteilt

LSG Rheinland Pfalz vom 13.10.2011, Az. L 5 KR 12/11 Nach einem aktuellen Urteil des Landessozialgerichts (kurz: LSG) Rheinland-Pfalz, mit...

Krankenversicherung

weiterlesen

Pflegeversicherung

Eckpunkte Pflegereform 2013

Geplante Verbesserungen Pflegeleistungen 2013 Bereits im November 2011 wurde beschlossen, dass der Beitragssatz zur Sozialen Pflegeversicherung für die Zeit ab...

Pflegeversicherung

weiterlesen

Altersgerechtes Wohnen, Umbaumaßnahmen finanzieren

Als Senior kommt garantiert irgendwann jeder an den Punkt, an dem man seine Wohnung oder sein Haus nicht mehr wie...

Pflegeversicherung

weiterlesen

Beitragssatz Pflegeversicherung 2012

News image

Beitragssatz Soziale Pflegeversicherung bleibt 2012 stabil Bereits seit dem 01.07.2008 liegt der Beitragssatz in der Sozialen Pflegeversicherung bei 1,95 Prozentpunkten....

Pflegeversicherung

weiterlesen

Familienpflegezeit

Flexible Arbeitszeit nach dem Familienpflegezeitgesetz ab 2012 Schon seit Juli 2008 haben Beschäftigte die Möglichkeit, sich für die Pflege von...

Pflegeversicherung

weiterlesen

Rentenversicherungspflicht Pflegepersonen 2012

Beitragszahlungen erhöhen sich nur in alten Bundesländern Pflegepersonen, die einen Pflegebedürftigen nicht erwerbsmäßig pflegen, können in der Gesetzlichen Rentenversicherung versicherungspflichtig...

Pflegeversicherung

weiterlesen

Unfallversicherung

Mord ist kein Arbeitsunfall

Landessozialgericht verneint Anspruch auf Witwenrente Wird jemand bei einer betriebsbedingten Autofahrt ermordet und steht der Tod nicht im Zusammenhang mit...

Unfallversicherung

weiterlesen

Kein UV-Schutz für geringfügige Hilfeleistungen

Urteil Hessisches Landessozialgericht vom 28.06.2011, Az. L 3 U 134/09 Beschäftigte sind während ihrer beruflichen Tätigkeit gesetzlich unfallversichert. Ereignet sich...

Unfallversicherung

weiterlesen

Illegale Beschäftigung und UV-Schutz

Unfallversicherungsschutz trotz illegaler Beschäftigung Der 9. Senat des Hessischen Landessozialgerichtes (LSG) hat jetzt ein Urteil zur Unfallversicherung von abhängig Beschäftigten...

Unfallversicherung

weiterlesen

Unfallversicherungsschutz Kinder in Tageseinrichtungen

Bundessozialgericht vom 18.01.2011, Az. B 2 U 15/10 R In einem Urteil vom 18.01.2011 kommt das Bundessozialgericht unter dem Aktenzeichen...

Unfallversicherung

weiterlesen

Abschiedsfeier verlängert Arbeitszeit nicht

Arbeitsunfall lag nach betrieblicher Abschiedsfeier nicht vor Nimmt ein Arbeitnehmer am letzten Arbeitstag an einer vom Arbeitgeber veranstalteten Abschiedsfeier teil...

Unfallversicherung

weiterlesen